In Wien hatte Didi Kühbauer gefasst, zunächst geradezu stoisch auf den ersten Bundesliga-Titel als Trainer reagiert. Der erste Weg hatte ihn zu seiner Frau Ingrid und den zwei gemeinsamen Töchtern geführt. Dann erklärte der 55-Jährige: "Es fällt so viel Druck jetzt runter. Als ich hergekommen bin, wollten wir überleben. Wenn du dann den Cupsieg machst und so knapp an der Meisterschaft bist, bist du immer unter Strom."
Der Party-Motor lief stotternd an. Aber schon am Rasen der Generali Arena kündigte Kühbauer an: "Wenn du so etwas Utopisches schaffst, dann weiß eh jeder, was er zu tun hat. Aber ich bin nicht dazu da, dass ich jedem das Bier reindrücken muss. Es ist jeder für sich selbst verantwortlich. Ich kann für mich sagen, wenn man so etwas schafft, geht man über die Grenze drüber. Soll die Leber morgen quietschen."
Der Double-Trainer stand zu seinem Wort. Das war bereits unmittelbar nach der Ankunft auf der Gugl nicht zu übersehen. Der LASK wurde vor der Raiffeisen Arena von tausenden Fans feierlich empfangen. Eingepeitscht von ORF-Moderator Ernst Hausleitner, bekennender Fan der "Athletiker", feierten und sangen die Spieler mit den Fans.
Hausleitner bat Kühbauer auf die Bühne. Doch der Chefcoach ließ den ORF-Mann zunächst links liegen. Anstatt zum Mikro zu greifen, ging Kühbauer zu jedem seiner Spieler und gab ihnen Bussis auf beide Wangen.
Als es dann endlich so weit war, der Trainer unter tosendem Applaus zu den Fans sprach, fiel die Botschaft kurz und holprig aus. "Wos ma erreicht hobn? Zwei Titel! Zwei Titel in einer Saison!" Kühbauer lallte, zum Amüsement seiner Schützlinge bereits stark illuminiert, wankte, während Spieler hinter ihm bengalische Feuer zündeten.
Beim Stemmen des Meistertellers halfen Kühbauer seine Assistenten Manfred Nastl und Maximilian Ritscher. Bei der Abmoderation des ORF, der die Fete auf der Linzer Google auf "ORF Sport plus" live übertrug, grölte der Burgenländer die Queen-Hymne "We are the Champions" ins Mikrofon.