Kundin zu Hause, dennoch bringt Zusteller Paket in Shop

Die Wienerin war zu Hause, als das Paket zugestellt werden sollte.
Die Wienerin war zu Hause, als das Paket zugestellt werden sollte.Getty Images/iStockphoto/privat
Ein Paket wird nicht zugestellt, obwohl jemand zu Hause ist? Das passierte vor wenigen Tagen der 55-jährigen Wienerin Claudia S. zum wiederholten Mal.

Der Online-Einkauf sollte den Kunden das Leben erleichtern, wäre da nicht der ein oder andere Zusteller, der die Pakete nicht an die Lieferadresse bringt. Das meint die 55-jährige Wienerin Claudia S., die dieses Phänomen laut eigenen Angaben schon seit drei Jahren beobachtet. Auch am 23. November sollte es nicht anders sein.

Zu dritt zu Hause

"An dem Tag, an dem mein Paket kommen sollte, war ich mit meiner Nichte und sogar einem Handwerker zu Hause", erzählt die Wienerin im "Heute"-Gespräch. "Aber wie so oft wurde es nicht zugestellt, sondern weiter in den Abholshop gebracht." Geläutet habe der GLS-Lieferant erst gar nicht und ein Zettel soll ebenfalls nicht in ihrem Postkasten gelandet sein, ärgert sich Claudia S.

Auf die Frage, wie sie von ihrem Paket erfahren habe, meint sie, dass sie eine E-Mail erhalten habe, nachdem das Paket im Shop abgegeben wurde. "Ich denke, dass der Zusteller nicht mal in die Nähe meiner Adresse gekommen ist und das Paket einfach direkt in den Abholshop gebracht hat."

Keine Ausweiskontrolle bei Abholung

Als wäre das nicht genug, soll die Wienerin auch schon mitbekommen haben, dass in den Shops oft keine Ausweise verlangt und Päckchen einfach so herausgegeben werden. "Da kann ja jeder kommen, der einen Abholzettel hat, und ein fremdes Paket mitnehmen", vermutet sie.

Eine Beschwerde beim GLS-Kundendienst soll auch nicht geholfen haben, erzählt die 55-Jährige weiter. "Es schien dem Mitarbeiter völlig egal zu sein, dass der Zusteller mein Paket direkt in den Shop gebracht hat." Nur auf Nachdruck soll der Mitarbeiter die Beschwerde an die zuständigen Personen weitergeleitet haben.

Wind weht Zettel fort

Die 55-Jährige soll schon öfters beobachtet haben, dass Zettel an die Eingangstüren geklebt aber kurze Zeit später vom Wind weggeblasen werden. "Ich hebe sie dann immer auf und versuche, sofern es mir möglich ist, die Zettel an den Empfänger zukommen zu lassen", erzählt sie weiter. Allerdings würde sie sich nicht wundern, wenn manche Pakete unter solchen Umständen erst gar nicht abgeholt werden könnten.

"Als ich einen Zusteller mal darauf angesprochen habe, meinte er 'Was willst, De***te? Kannst froh sein, dass wir überhaupt was für euch liefern'", so Claudia S. abschließend. "Ich empfinde hier nur noch die Post als zuverlässig und sofern es geht, meide ich andere Zustelldienste."

Feiertage führen zu Lieferschwierigkeiten

"Natürlich möchten wir uns bei Claudia S. vielmals für die Unannehmlichkeiten entschuldigen", erklärt Andrea Pihurik, Pressesprecherin von GLS auf "Heute"-Anfrage. "Es ist selbstverständlich nicht in unserem Sinne, unzufriedene Kunden zu haben, die nicht ordentlich beliefert werden und ihrem Paket 'hinterherlaufen' müssen. [...]" Anm. der Redaktion: Eine genaue Auskunft über den Sachverhalt konnte Pihurik in diesem Fall allerdings nicht geben, da die nötige Paketnummer nicht mehr vorhanden ist.

"Generell betrachtet lässt sich festhalten, dass die Weihnachtszeit einen erheblichen Zuwachs an Paketmengen bedeutet. Und vermutlich werden auch in den nächsten Wochen leider wieder ein paar Pakete die Adressaten nicht so erreichen, wie wir und sie sich das vorstellen – unsere Kollegen tun aber ihr Möglichstes, die Lieferungen fristgerecht an die gewünschten Adressen zuzustellen", so Pihurik weiter. "Hier ist es uns ein Anliegen, die Kunden dafür zu sensibilisieren, dass die momentanen Umstände (Weihnachten, Black Friday und daraus resultierende Zusatzmengen) die sonst schon nicht einfache Arbeit noch einmal erschweren. [...]"

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