Deutschland schied als amtierender Weltmeister 1994 bei der Weltmeisterschaft in den Vereinigten Staaten vollkommen überraschend im Viertelfinale gegen Underdog Bulgarien aus. Obwohl der DFB mit einem Staraufgebot anreiste stand aber vor allem Teamchef Berti Vogts in der Kritik. Jetzt wird eine peinliche Anekdote des ehemaligen Trainers öffentlich.
Die neue Doku "Elf Helden – ein Albtraum" wirft einen schonungslosen Blick auf das Geschehen rund um die deutsche Nationalmannschaft. Dabei im Mittelpunkt: Berti Vogts. Wie die vierteilige Reihe zeigt, sorgte die anhaltende Kritik am Teamchef für große Verunsicherung bei ihm.
Das machte der ehemalige Spieler Thomas Strunz jetzt öffentlich. Laut dem früheren Nationalspieler sei vor Besprechungen oft weniger über den Gegner als über den Trainer gesprochen worden. "Alle haben nur darauf gewartet, was bei der nächsten Besprechung passiert: 'Was gibt es dieses Mal für einen Fauxpas des Trainers?' Dann bist du als Trainer im Grunde verloren", schildert Strunz die damalige Situation.
"Vor einem Spiel hat er nur zehn Spieler aufgeschrieben. Da mussten wir ihn daran erinnern, dass wir zu elft spielen", schilderte der Ex-Bayern-Star und offenbarte weiter: "Oder er hat gesagt, dass ein Spieler die Ecke schießen sollte. Der sagte dann: 'Trainer, ich spiele gar nicht.'" Auch deshalb soll bei der Endrunde die nötige Ernsthaftigkeit gefehlt haben.
Dabei hatte der Teamchef die deutsche Nationalmannschaft bei seinem ersten großen Turnier 1992 noch direkt ins EM-Finale geführt. Die Doku zeigt nun jedoch, wie sehr sein Standing innerhalb und außerhalb der Mannschaft in den Folgejahren gelitten hatte.