Erst vor wenigen Tagen hat die SPÖ Alarm geschlagen: Die Lage in Oberösterreich bleibe weiter stark angespannt. "Bei uns sind erst die Hälfte der ausgeschriebenen 22.900 offenen Stunden für das kommende Schuljahr besetzt", berichtete Bildungssprecherin Doris Margreiter.
Schlechter liege nur das vielfach kleinere Vorarlberg, das aber seit Jahrzehnten mit Abwerbungen aus der Schweiz zu kämpfen habe. Margreiter rechnet damit, dass in den Mittelschulen der fachfremde Unterricht weiter zunehmen werde. Sie nimmt die zuständige LH-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP) in die Pflicht.
Jetzt kommt auch Kritik von den Grünen: "Dieser Optimismus in allen Ehren. Aber was genau stimmt die Bildungsdirektion so zuversichtlich, die fehlenden 162 Lehrkräfte zu finden?", fragt der zuständige Sprecher Reinhard Ammer.
„Was genau stimmt die Bildungsdirektion so zuversichtlich, die fehlenden 162 Lehrkräfte zu finden?“Reinhard AmmerGrüner Bildungssprecher
Der Lehrkräfte-Mangel sei ein Dauerzustand im Land und bekomme jedes Jahr vor dem Schulstart seine Extra-Portion Brisanz. Es brauche eine Verbesserung der Rahmenbedingungen und damit eine Attraktivierung des Lehrerberufs. "Das muss endlich angegangen werden, sonst ist dieser Gap nicht zu schließen", betont Ammer.
Die bundesweite Ausbildungsreform der Vorgänger-Regierung sei wichtig gewesen und habe auch Verbesserungen gebracht. Es gelte aber, hier im Land die Rahmenbedingungen deutlich zu verbessern. "Pädagogen brauchen endlich wirksame Entlastung von administrativen Aufgaben und übermäßiger Bürokratie", pocht der Bildungssprecher auf zusätzliches Personal.
Dass der Mitarbeitermangel mit der Überstunden-Problematik befeuert werde, sei bestens bekannt. "Solange nicht mehr Lehrkräfte zur Verfügung stehen, wird sich an der Situation kaum etwas ändern", erklärt Ammer. Es gebe viel zu viel fachfremden Unterricht und Sonderverträge. Das "permanente Löcherstopfen" müsse beendet werden.