Kurzarbeit für Gastro keine Option: "Zu teuer"

Gastro und Hotellerie meinen, Kurzarbeit sei für sie "zu teuer".
Gastro und Hotellerie meinen, Kurzarbeit sei für sie "zu teuer".Bild: picturedesk.com
In der Gastronomie und Hotellerie sträubt man sich gegen die extra für die Coronakrise beschlossene neue Form der Kurzarbeit. Auch das sei keine Option, weil zu teuer.
Mit der Salzburger Hotellerie hat es angefangen. Die sagten bereits am vergangenen Freitag, dass sie angesichts der Coronakrise erstens mehr Geld und zweitens die Möglichkeit wollen, ihre Mitarbeiter sofort kündigen zu können.

Die inzwischen von der Regierung extra neu geschaffene Kurzarbeit sei ebenfalls keine Option, weil zu teuer, heißt es. Und das, obwohl es neuerdings möglich ist, die Arbeitszeit bei Kurzarbeit auch auf Null zu reduzieren und eine flexiblere Dauer anzumelden.

Das "trägt nicht zum guten Ruf der Branche bei", findet auch die Salzburger Arbeiterkammer (AK). Sie weisen Beschäftigte derzeit darauf hin, dass man einvernehmliche Kündigungen nicht annehmen MUSS.

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Keine Option

Warum ist die Kurzarbeit für die Gastronomie und Hotellerie keine Option? Weil man immer noch ein Drittel der Lohnkosten bezahlen müsse, sagt die Branche.

Kurzarbeit habe nur dann einen Sinn, wenn es Hoffnung auf Besserung gebe. In dieser Hinsicht sieht Hotellerie-Sprecher Georg Imlauer aber ganz schwarz: "Wir haben momentan keine Aussicht auf Arbeit und wir wissen auch nicht, ob wir in ein, zwei oder drei Monaten Arbeit haben."

Hälfte wird gekündigt

Er selbst habe in seinen fünf Hotels und drei Restaurants insgesamt 300 Angestellte, von denen er 140 voraussichtlich kündigen muss. 120 haben bei Imlauer Aussicht auf Kurzarbeit. Denn selbst da koste ein Mitarbeiter dem Unternehmen 32 Prozent, wie er vorrechnet.

Auch seine Forderung nach einer schnelleren Kündigung wiederholt er. Er will die Möglichkeit, Mitarbeiter innerhalb eines Tages zur Kündigung anmelden zu können und nicht - wie jetzt - innerhalb von 30 Tagen. Denn es gebe ja weiterhin Kündigungsfristen von 14 bis 28 Tagen.

"Unfaire Handhabe"

Bei der Arbeiterkammer (AK) sieht man das anders. Der Salzburger AK-Präsident Peter Eder kritisiert die Kündigungen: "Es ist auch eine der Branchen, die zuletzt immer über einen Facharbeiter-Mangel geklagt hat und jetzt machen sie genau wieder das, was nicht zum guten Ruf der Branche beiträgt. Sie sind diejenigen, die uns die meisten Anfragen bescheren, die genau in diese eher unfaire Handhabe gehen", so Eder.

Die AK rät allen Arbeitnehmern, keine einvernehmlichen Kündigungen zu unterschreiben. Man solle sich stattdessen arbeitsbereit melden und auf Kurzarbeit drängen.

Beim AMS hat man unterdessen nicht nur 16.000 Arbeitslosen-Meldungen zu verzeichnen, zusätzlich haben sich auch 300 Unternehmen gemeldet, die sich zum Thema Kurzarbeit informieren wollten.

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