Lage dramatisch, aber keine Hilfe aus OÖ für Tschechien

Tschechien hat eine Anfrage gestellt, ob Länder wie OÖ Patienten aufnehmen könnten.
Tschechien hat eine Anfrage gestellt, ob Länder wie OÖ Patienten aufnehmen könnten.Symbolbild/picturedesk.com
In keinem Land der Welt entwickelt sich die Corona-Situation so dramatisch wie in Tschechien. Nun gibt es erste Hilferufe, auch an Oberösterreich.

Unser nördlicher Nachbar im Ausnahmezustand! Rund 1.000 Krankenschwestern haben freiwillig angeboten, aus der Pension zurückzukehren. Ärzte, die im Ausland leben, wurden gebeten, ins Land zurückzukehren. Die Corona-Situation in Tschechien ist außer Kontrolle. 

Weltweit schlimmste Zahlen

Wie CNN in einem viel beachteten Artikel berichtet, gibt es derzeit in Tschechien pro einer Million Einwohner so viele Corona-Fälle wie sonst nirgends auf der Welt. Am Freitag gab es beispielsweise mehr als 11.000 neue Infektionen. Tschechien hat 10,7 Millionen Einwohner. Zum Vergleich: Am Dienstag gab es in Österreich (8,9 Mio. Einwohner) gut 1.500 Neuinfektionen. Die Zahlen zeigen, wie schlimm die Lage ist.

Bayern will aushelfen

Die Regierung in Prag reagiert, und bittet angesichts der Zahlen Nachbarländer um Hilfe. Zum Beispiel Bayern. Ministerpräsident Markus Söder will der Bitte, Intensivpatienten aufzunehmen nachkommen. "Die tschechische Regierung hat heute angefragt, ob wir nicht Intensivbetten zur Verfügung stellen könnten", berichtete Söder Ende vergangener Woche in der TV-Sendung Markus Lanz.

OÖ selbst zu 70 Prozent ausgelastet

Auf die Anfrage von "Heute", ob es im Notfall möglich wäre, mit Intensivbetten auszuhelfen, betonte eine Sprecherin von Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander (ÖVP) am Dienstag, dass es von Tschechien noch gar keine offizielle Anfrage gäbe. Auch der Bund habe bei OÖ bezüglich Tschechien nicht angefragt.

Es habe lediglich eine generelle Anfrage an Oberösterreich gegeben, ob man im Notfall anderen Ländern helfen könnte. Die Antwort des Krisenstabes: Das Land OÖ bekenne sich grundsätzlich zu einer "solidarischen Zusammenarbeit" mit anderen Staaten, insbesondere den EU-Nachbarstaaten von Österreich.

Es werde aber derzeit "in den Krankenanstalten keine Möglichkeit gesehen, Intensivkapazitäten zur Verfügung zu stellen". Sollten konkrete Notstandsentwicklungen in anderen Ländern eintreten, wären die Unterstützungs-Möglichkeiten neu zu bewerten, so der Krisenstab des Landes. Man sei bei den Intensivbetten selbst zu 70 Prozent ausgelastet.


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