Österreich erlebt den vorläufigen Höhepunkt der Hitzewelle. Die GeoSphere Austria hat für Dienstag und Mittwoch die höchste Wetterwarnstufe Rot für Wien, das Nordburgenland und den Nordosten Niederösterreichs ausgerufen. Gleichzeitig könnte der österreichische Temperaturrekord von 40,5 Grad aus dem Jahr 2013 fallen.
Nach Angaben der Wetterexperten bleibt die Belastung auch in den Nächten außergewöhnlich hoch. Genau das ist einer der Hauptgründe für die rote Hitzewarnung. Die Temperaturen sinken voraussichtlich nur noch auf 24 bis 27 Grad. Selbst außerhalb der Städte sind nächtliche Tiefstwerte von rund 23 Grad oder mehr möglich.
Die GeoSphere Austria empfiehlt deshalb, direkte Sonneneinstrahlung möglichst zu meiden und Kinder besonders gut vor der Sonne zu schützen. Aufenthalte im Freien sollten während der heißesten Tageszeit zwischen etwa 12 und 16 Uhr vermieden werden. Zudem raten die Experten dazu, Vorhänge und Jalousien geschlossen zu halten und Fenster vor allem nachts oder in den kühlen Morgenstunden zu öffnen.
Auch körperliche Anstrengungen sollten möglichst auf die frühen Morgen- oder Abendstunden verschoben werden. Wichtig sei außerdem, ausreichend zu trinken - am besten Wasser, ungesüßten Tee oder mit Wasser verdünnte Fruchtsäfte. Auf Alkohol sollte verzichtet werden. Besonders ältere Menschen und Kinder sollten regelmäßig Flüssigkeit zu sich nehmen.
Im Video: Hitze ist "mehr als außergewöhnlich"
Wie außergewöhnlich der Sommer bisher verläuft, zeigen auch die aktuellen Messdaten. Laut GeoSphere Austria liegt die Zahl der Hitzetage mit mindestens 30 Grad an allen Wetterstationen deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Je nach Landeshauptstadt wurde das Klimamittel der Jahre 1961 bis 1990 um das Zwei- bis Zehnfache überschritten. Selbst im Vergleich zum deutlich wärmeren Klimamittel von 1991 bis 2020 liegt die Zahl der Hitzetage noch um das 1,5- bis 3,8-Fache höher.
"Diese Hitze ist wirklich sehr außergewöhnlich – oder sogar mehr als außergewöhnlich. Historisch könnte man sagen", stellt Meteorologe Manuel Oberhuber im ORF unmissverständlich klar.
Die Wetterlage selbst sei "eigentlich eine altbekannte", aber in diesem Ausmaß, "dass dieses Hochdruckgebiet so heiße Luft zu uns nach Österreich bringt, ist fast beispiellos. Wir haben in diesen Tagen viele neue Temperaturrekorde nachts- und tagsüber – heute früh zum Beispiel erstmals in der Messgeschichte 26 Grad Tiefsttemperatur im Burgenland und heute tagsüber 40, vielleicht sogar 41 Grad, wie uns manche Wetter-Modelle andeuten, das wäre im Bereich des Temperaturrekords in Österreich (Anm. bisher liegt der Rekord bei 40,5 Grad), der könnte in Reichweite kommen", erklärt der Wetter-Experte.
Und die Wetterlage wird sich laut Oberhuber noch "weiter zuspitzen". "Vor allem dort, wo es sehr trocken ist, also außerhalb der Berge im Flach- und Hügelland, ist bis auf ein paar Gewitter nicht allzuviel in Sicht. Ein paar Gewitter wird es tatsächlich geben, auch in den nächsten Tagen, wo es trocken ist, etwa im Mühl- oder Mostviertel, da können diese lokal Abhilfe schaffen, aber der große Regen im Flachland ist derzeit nicht in Sicht. Und zwar weit in die nächste Woche hinein. Die Hitze und Trockenheit bleiben uns also erhalten", so Oberhuber im ORF.