Der Lago di Misurina, einer der bekanntesten Bergseen Italiens und beliebtes Fotomotiv, präsentiert sich derzeit in einem beunruhigenden Zustand.
Rund zwei Meter Wasser fehlen dem See, der auf etwa 1.750 Metern Höhe liegt. Zusätzlich ist die Wasseroberfläche von Algen bedeckt, und der Bootsverleih musste wegen des niedrigen Pegelstands gesperrt werden.
Tatiana Pais Becher, ehemalige Bürgermeisterin und heutige Oppositionsrätin der Gemeinde Auronzo di Cadore, zeigt sich alarmiert: "So habe ich den See noch nie erlebt", sagte sie gegenüber dem italienischen Nachrichtenportal Il Dolomiti.
Die Politikerin macht nicht nur den Klimawandel und die geringen Niederschläge der letzten Wochen verantwortlich, sondern beklagt vor allem ein "völliges Desinteresse der Gemeindeverwaltung".
Wie t-online berichtet, ist der konkrete Grund für das Problem ein Leck in einer Ufermauer im Bereich der Seilbahn Col de Varda.
Dieses Leck wurde bereits vor Jahren entdeckt, aber erste Reparaturversuche 2022 blieben erfolglos. Obwohl eine komplette Sanierung seit langem angekündigt ist und mit bis zu zwei Millionen Euro veranschlagt wird, ist bislang nichts passiert.
Die Lage am Lago di Misurina hat gravierende Folgen für den Tourismus rund um die weltberühmten Drei Zinnen. Viele Betriebe beklagen Einbußen, und zahlreiche Urlauber fragen nach Erklärungen für den niedrigen Wasserstand. Die Situation verschärft sich zunehmend und gilt für einen international bekannten See im Sommer als nicht akzeptabel, so die Kritik.
Die Gemeinde hätte laut Pais Becher einen Haushaltsüberschuss von drei Millionen Euro, aus dem die dringend nötige Sanierung finanziert werden könnte. Dennoch bleibt die Zukunft des Sees vorerst ungewiss.