Hammer-Urteil in der Bundesliga! Der Senat 1 zog dem LASK für seine verbotenen Mannschaftstrainings in der Corona-Pause sechs Punkte ab. Die Linzer mussten die Tabellenführung an Titelverteidiger Salzburg abgeben. Die Bullen haben vor den zehn Spieltagen der Meisterrunde (Start 3. Juni) drei Punkte Vorsprung auf den LASK, vier auf Rapid.
Zudem müssen die Linzer 75.000 Euro Strafe zahlen. Begründung: Verstoß gegen den Fair-Play-Gedanken. Der LASK kündigte an, gegen das Urteil Berufung einzulegen. Der Skandal ist also noch lange nicht durchgestanden, der Image-Verlust schon jetzt riesig. Die dritte und letzte Instanz wäre das Ständig Neutrale Schiedsgericht. Bis zu einem endgültigen Urteil könnte es drei bis vier Monate dauern, die Meisterschaft bei einer möglichen Strafmilderung also nachträglich vor Gericht entschieden werden.
Es wird noch komplizierter: Jetzt drohen Mitarbeitern der Oberösterreicher weitere Sanktionen.
Als die Linzer im Vorfeld des Urteils vier verbotene Trainingseinheiten zugegeben hatten, hatten sich Trainer Valerien Ismael und Sportdirektor Jürgen Werner als Mitverantwortliche für das unerlaubte Vorgehen geoutet. Ihnen drohen persönliche Konsequenzen, womöglich auch noch anderen Mitarbeitern.
Das geht aus Aussagen von Bundesliga-Boss Christian Ebenbauer in der "APA" hervor. "Wir warten die Langfassung des Urteils und die Gesprächsprotokolle ab. Anhand der Zeugenaussagen werden wir entscheiden, ob und wen wir anzeigen", kündigte er an. Binnen sieben bis zehn Tagen soll klar sein, ob und wer von der Liga angezeigt wird, wie der mögliche Strafrahmen aussieht.