Fünf Tage ohne Schlaf

"Last Soul" vorbei: Ello gibt nach 630 Kilometern auf!

Ayyoub "Ello" El Osrouti gibt nach unglaublichen 94 Runden und rund 630 Kilometern auf. US-Amerikaner Mark Dowdle ist damit die "Last Soul"
Heute Entertainment
18.08.2026, 11:51
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Laufen. Essen. Ein paar Minuten hinlegen. Und wieder laufen. 94 Stunden lang!

Der "Last Soul Ultra" ist entschieden. Seit Freitag kämpften sich die Teilnehmer bei einem der wohl absurdesten Lauf-Events Deutschlands immer wieder über dieselbe Strecke. Am Dienstagvormittag waren nur noch zwei Männer übrig: der Deutsche Ayyoub "Ello" El Osrouti und US-Amerikaner Mark Dowdle.

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Jetzt ist die Entscheidung gefallen.

El Osrouti gibt nach Runde 94 auf. Hinter ihm liegen damit rund 630 Kilometer und beinahe vier komplette Tage im Rennen.

Mark Dowdle ist die letzte verbliebene "Seele".

Jede Stunde wieder 6,7 Kilometer

Das brutale Prinzip hinter dem Rennen nennt sich "Backyard Ultra". Eine klassische Ziellinie gibt es nicht.

Stattdessen müssen die Läufer zu jeder vollen Stunde gemeinsam auf eine exakt 6,706 Kilometer lange Runde gehen. Wer schnell läuft, hat anschließend etwas mehr Zeit zum Essen, Trinken oder Schlafen. Wer 55 Minuten benötigt, hat dagegen nur wenige Minuten, bis es schon wieder losgeht.

Wer die Runde nicht innerhalb einer Stunde beendet oder nicht rechtzeitig zum nächsten Start erscheint, ist raus. Das Spiel wiederholt sich so lange, bis nur noch ein Teilnehmer übrig ist.

Der letzte verbliebene Läufer muss anschließend noch eine Runde alleine absolvieren. Erst dann wird er offiziell zum Sieger erklärt.

Was zunächst beinahe machbar klingt, entwickelt sich nach mehreren Tagen zum Kampf gegen Schlafentzug, Schmerzen und den eigenen Kopf.

Mehr als 13 Marathons

Bei El Osrouti bedeutete das diesmal: 94 Runden und rund 630 Kilometer.

Zum Vergleich: Ein Marathon ist 42,195 Kilometer lang. El Osrouti legte damit die Distanz von fast 15 Marathons zurück.

Und trotzdem reicht das beim Last Soul Ultra nicht zum Sieg.

Denn Dowdle hielt ebenfalls durch.

Der US-Amerikaner war bereits vor dem Rennen einer der Favoriten. Erst im April gewann er den "Go One More Ultra" in Texas mit 73 Runden. Der 29-Jährige aus Minnesota kommt ursprünglich aus dem College-Football und Lacrosse und fand erst später zum Ultralaufen.

Seine bisherige persönliche Backyard-Bestmarke hat er in Deutschland damit längst pulverisiert.

Ausgerechnet Gottwalds alter Rivale

Für El Osrouti ist das Ende besonders bitter. Denn der Deutsche kennt dieses Gefühl bereits.

Schon bei der ersten Ausgabe des Last Soul Ultra 2025 war "Ello" einer der letzten beiden Läufer. Sein Gegner damals: Kim Gottwald.

Die beiden hielten unglaubliche 67 Runden durch und kamen jeweils auf rund 449 Kilometer. Dann machten El Osrouti Probleme an der Achillessehne einen Strich durch die Rechnung. Er konnte nicht mehr weitermachen – Gottwald blieb übrig und gewann seinen eigenen Lauf.

Nun kehrte El Osrouti zurück. Und diesmal schaffte er 27 Runden mehr als im Vorjahr. Für den Sieg reicht es wieder nicht.

Und was hat Kim Gottwald damit zu tun?

Eine ganze Menge. Der 23-jährige deutsche Lauf-YouTuber gehört zu den Köpfen hinter dem Last Soul Ultra. Gottwald machte das Format im deutschsprachigen Raum vor allem über Social Media und seine Videos einem riesigen jungen Publikum bekannt.

Bei der Premiere 2025 ging er sogar selbst an den Start – und gewann nach 67 Runden und rund 449 Kilometern.

Eigentlich wollte Gottwald auch diesmal wieder selbst mitlaufen.

Doch daraus wurde nichts.

Nach seinem Start beim "Go One More Ultra" in Texas im April wurde bei Gottwald eine Haarfraktur im rechten Fuß festgestellt. Ausgerechnet dort traf er übrigens bereits auf den späteren Last-Soul-Sieger Dowdle. Gottwald musste deshalb beim eigenen Event diesmal vom Läufer zum Gastgeber werden und begleitete das Rennen stattdessen über den Livestream.

Und der Amerikaner, der nun sein Rennen gewinnt, kennt Gottwald bestens: Dowdle gewann den "Go One More Ultra" im April mit 73 Runden. Gottwald selbst musste dort nach 58 Runden und rund 389 Kilometern aufgeben.

Gottwalds Rekord regelrecht zerlegt

Was die Dimension der diesjährigen Leistung besonders deutlich macht: 2025 reichten Gottwald 67 Runden zum Sieg.

Diesmal wäre er damit nicht einmal in die Nähe des Sieges gekommen.

Hendrik Boury absolvierte bereits 68 Runden, Norman Mascher-Aspensjö kam auf 80. Erst danach waren nur noch Dowdle und El Osrouti übrig.

Auch bei den Frauen fiel ein Rekord. Caroline Maria Bolte absolvierte bei ihrem ersten Backyard Ultra 52 Runden beziehungsweise rund 349 Kilometer und stellte damit eine neue deutsche Frauen-Bestmarke auf.

Das Rennen, das Gottwald im Vorjahr nach 67 Stunden gewann, dauerte diesmal also noch mehr als einen kompletten Tag länger.

Am Ende musste El Osrouti nach rund 630 Kilometern kapitulieren.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 18.08.2026, 11:52, 18.08.2026, 11:51