Laut Polizei kein Rassismus-Sager auf Funk-Protokoll

Nachdem Elias I. (16) verprügelt wurde, soll ihn ein Beamter als "Neger" bezeichnet haben.
Nachdem Elias I. (16) verprügelt wurde, soll ihn ein Beamter als "Neger" bezeichnet haben.Denise Auer
Elias I. wurde am Sonntag in der Seestadt verprügelt. Ein Polizist soll ihn beim anschließenden Einsatz am Funkgerät als "Neger" bezeichnet haben.

Wie "Heute" berichtete, endete ein Badetag für Elias I. (16) aus Donaustadt amvergangenen Sonntag mit einem Nasenbein-Bruch und Prellungen am Schlüssel- und Schienbein: "Ich ging mit drei Freunden über eine Brücke beim Asperner See. Plötzlich trat mir ein Mann mit nacktem Oberkörper, Boxershorts und Sonnenhut gegen das Schienbein und ich stürzte zu Boden. Dann trat und schlug er mit der Faust auf mich ein. Ich habe ihn angefleht, dass er aufhören soll." Doch die Tortur ging weiter: "Ich hatte Todesangst und lief weg. Aber ein anderer Mann holte mich ein und brach mir die Nase", so der Wiener.

Erst als sich mehrere Jugendliche auf die Seite von Elias I. stellten, flüchteten die Männer. Polizei und Rettung kamen. Gegen einen Polizisten erheben Elias und seine Freunde schwere Vorwürfe. Während der 16-Jährige verletzt im Krankenwagen lag, soll ihn der Beamte am Funkgerät mehrfach als "Neger" bezeichnet haben, obwohl sein Name bereits bekannt war. Laut Elias' Freunden sollen die Begriffe "der verletzte Neger" und "Der Neger ist jetzt im Krankenwagen" gefallen sein. 

Funk-Protokolle wurden ausgewertet

Die Wiener Polizei versprach, die Vorwürfe mit Nachdruck zu überprüfen. Laut einem Sprecher der Landespolizeidirektion Wien werden die Funkbetätigungen der Polizei automatisch aufgezeichnet: "Diese Aufzeichnungen wurden überprüft. Am Funkkanal, auf dem der Einsatz durch die Landesleitzentrale abgewickelt worden ist, ist während des gesamten Einsatzes zwischen 17:28:15 Uhr und 18:33:24 Uhr definitiv kein rassistisch konnotierter Begriff verwendet worden. Die Aussage des Jugendlichen, dass seine Freunde gehört haben wollen, dass auf eben diesem Funkkanal beim Einsatz das Wort 'Neger' gefallen sein soll, kann also nachweislich widerlegt werden.

Auf "Heute"-Nachfrage bei Elias I. und seinen Freunden bleiben diese jedoch bei ihren Aussagen: "Der Beamte hat im Funkverkehr definitiv mehrmals das Wort 'Neger' gesagt. Und auch die Person, die per Funk geantwortet hat, hat diesen Begriff benutzt." Laut LPD Wien laufen trotz der ausgewerteten Funk-Protokolle derzeit noch weitere Erhebungen, "Stellungnahmen von den am Einsatz anwesenden Einsatzkräften (Polizei, ev. Rettung) werden noch eingeholt", so der Sprecher.

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