Nach dem verheerenden Terroranschlag auf eine Konzerthalle bei Moskau sind nun die Urteile gefallen. Ein Gericht in der russischen Hauptstadt verurteilte vier Haupttäter zu lebenslanger Haft. Auch elf mutmaßliche Komplizen wurden schuldig gesprochen.
Die vier Männer aus Tadschikistan hatten am 22. März 2024 in der Crocus City Hall im Vorort Krasnogorsk das Feuer auf Konzertbesucher eröffnet. Danach setzten sie das Gebäude in Brand. Bei dem Angriff wurden 149 Menschen getötet, mehr als 600 weitere verletzt. Es war der schwerste Anschlag in Russland seit über zwei Jahrzehnten.
Laut russischen Ermittlern waren die Täter damals zwischen 20 und 31 Jahre alt. Sie arbeiteten als Taxifahrer, Bauarbeiter oder Fabrikarbeiter. Nach der Tat versuchten sie laut Behörden zu fliehen und wollten über Belarus in Richtung Ukraine entkommen. Sie wurden jedoch wenige Stunden später festgenommen.
Bei ersten Gerichtsauftritten sorgten die Angeklagten für Aufsehen. Mehrere von ihnen zeigten deutliche Folterspuren. Einer der Männer wurde sogar bewusstlos und im Rollstuhl vor den Richter gebracht.
Neben den vier Attentätern standen weitere mutmaßliche Helfer vor Gericht. Ihnen wird vorgeworfen, etwa ein Fluchtauto verkauft oder eine Wohnung vermietet zu haben. Vier Männer erhielten Haftstrafen zwischen knapp 20 und über 22 Jahren.
Besonders brisant: Einer der Angeklagten soll laut russischer Nachrichtenagentur Tass sogar angeboten haben, im Ukraine-Krieg zu kämpfen, um einer Gefängnisstrafe zu entgehen.
Zu dem Anschlag bekannte sich die Terrororganisation Islamischer Staat. Die russischen Behörden versuchten dennoch, eine Verbindung zur Ukraine herzustellen. Kiew weist diese Vorwürfe bis heute entschieden zurück.