Niederösterreich

Lebenslang und Einweisung für 3-fach-Killer aus NÖ

Finaler Tag im Mordprozess gegen Samet A. (31) heute in Wr. Neustadt: Der Austro-Türke soll seine Frau und zwei Kinder getötet haben.
08.09.2020, 17:50

Zweiter und letzter Prozesstag am Landesgericht Wr. Neustadt: Wieder nahm Samet A. ruhig und gelassen, fast mit der Coolheit eines Eisblockes, auf der Anklagebank im Wr. Neustädter Schwurgerichtssaal Platz. Im Fokus stand heute das psychiatrische Gutachten: "Er wusste immer was er tut, was Recht und Unrecht ist", führte Gutachter Manfred Walzl aus. 

Das empfahl Gutachter

Der Sachverständige attestierte dem 31-Jährigen eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ausgeprägten narzisstischen und dissozialen Anteilen. Weiters ortete der Experte beim Angeklagten ein Verlangen nach Bewunderung. Laut Walzl war beim ersten Besuch die einzige Sorge des Angeklagten: "Was schreiben die in der Zeitung?" Daher empfahl Walzl eine Einlieferung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher.

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Bereits am ersten Prozesstag vor einer Woche hatte der 31-Jährige gemeint: "Sie war die Liebe meines Lebens" und "Wir waren eine glückliche Familie - mehr dazu lesen Sie hier.

Wie berichtet soll der 31-Jährige im Oktober 2019 in Kottingbrunn (Bezirk Baden) seine Ehefrau (29) sowie Tochter (2) erstochen und seinen elf Monate alten Sohn erstickt haben. Dann hat der Reisebürounternehmer laut Anklage selbst die Polizei gerufen und wurde festgenommen.

Höchststrafe

Am Dienstagnachmittag zogen sich die Geschworenen zur Urteilsberatung zurück. Das Urteil war einstimmig (8.0 Stimmen der Laienrichter): Lebenslange Haftstrafe plus Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher. Aber Anwalt Wolfgang Blaschitz meldete sofort Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an - somit nicht rechtskräftig.