Österreich-News

Lehrer poltern: "Es wird wieder nichts passieren"

Die Lehrergewerkschaft erhöht den Druck auf Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP). Dieser soll nun endlich handeln und ein Konzept vorlegen. 
Tobias Kurakin
15.04.2022, 17:41

Nach zwei Jahren Pandemie ist die Luft bei vielen heraußen. Auch die Lehrergewerkschaftklagt über die Corona-Probleme der vergangenen Zeit. Dabei ging es für viele Lehrerinnen und Lehrer an die Grenze der Belastbarkeit.

Minister muss für Klarheit sorgen 

Mit Blick auf den Herbst fordert Hannes Grünbichler, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft BMHS, im "Puls24"-Interview von Bildungsminister Martin Polaschek ein klares Konzept. So geht auch er davon aus, dass mit Beginn des nächsten Schuljahres die Infektionszahlen wieder steigen werden. 

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Neben dem Lüften will die Lehrergewerkschaft demnach auch CO₂-Monitore oder Lüftungsanlagen in den Klassenzimmern bekommen. Konkret forderte Grünbichler dafür ein Investitionspaket für "gesündere Luft" nach US-amerikanischem Vorbild, dieses umfasst in Übersee 122 Milliarden Euro. 

Grünbichler pocht zudem auf ein klares Präventionskonzept an den Schulen für den Herbst. Seiner Einschätzung nach hätte man gelernt, dass die Schulen ein guter Indikator für die Gesamtbevölkerung seien. Daher wäre es notwendig, dass die Schülerinnen und Schüler sowie auch die Lehrkräfte bereits am ersten Schultag getestet sind. Das Bildungsministerium müsse zudem klare und einheitliche Regeln fürs Maskentragen und das Testsystem vorlegen. 

Gewerkschaftler stellt klar: "Kein Distance Leaning mehr" 

Für Grünbichler ist zudem klar, dass "Distance Learning" der Vergangenheit angehören muss: "Es hat sich gezeigt, dass alle unter "Distance Learning" leiden, die Schülerinnen und Schüler haben sich so viel Präsenz wie möglich verdient". Um dies sicherzustellen, brauche es gutes Luftmanagement, wo vorab die Kompetenzen zwischen Bund, Ländern und Gemeinden klar verteilt seien. Wenn dies nicht gelingen würde, "passiert wieder nichts", so Grünbichler. 

Die Pandemie hätte jedoch auch dafür gesorgt, dass vieles liegen geblieben ist. Schülerinnen und Schüler aller Altersgruppen hätten demnach Aufholbedarf. Grünbichler zeigt sich aber optimistisch, dass dies gelingt. "Wir müssen Druck aus dem System nehmen und uns auf das Notwendigste konzentrieren", meinte der Gewerkschaftler. Er fordert, dass Lehrerinnen und Lehrer selbst entscheiden können, wie viel sie vom Lehrplan übernehmen. 

Mit der Arbeit von Bildungsminister Polaschek zeigt sich Grünbichler nur bedingt zufrieden. Er fordert mehr Transparenz und eine klare Auflistung jener Ziele, die man bis Herbst verfolgen will. Abschließend wiederholte er seinen Appell den Sommer zu nutzen, Lüftungsanlagen zu installieren, seine Befürchtung ist jedoch, dass "wieder nicht passieren wird". 

Mehr zum Thema