Argentinien marschiert bei der WM weiter Richtung Titelverteidigung. Die "Albiceleste" holte in der Gruppenphase drei Siege aus drei Spielen, wirkt stabil, eingespielt – und hat mit Lionel Messi weiterhin den Mann für die magischen Momente.
Der Turnierbaum meint es gut mit dem Titelverteidiger. Im Sechzehntelfinale wartet Kap Verde, danach könnten Australien oder Ägypten folgen. Im Viertelfinale wären Schweiz, Algerien, Kolumbien oder Ghana mögliche Gegner. Die ganz großen Brocken drohen erst später. Messi und Argentinien stehen wieder vor der Krönung.
Zum Vergleich: In der linken Turnierhälfte trifft Österreich erst auf Europameister Spanien – der Sieger spielt dann gegen Portugal oder Kroatien. Die beiden Gruppensieger Deutschland und Frankreich würden bei Siegen im Sechzehntelfinale bereits im Achtelfinale aufeinandertreffen. Im rechten Turnierast droht den beiden Mitfavoriten Brasilien und England ein Viertelfinal-Gipfeltreffen. Argentinien ist als einzige Top-Nation zumindest bis zum Halbfinale stets in der eindeutigen Favoritenrolle.
Beim 3:1 gegen Jordanien leistete sich Teamchef Lionel Scaloni sogar Luxus-Rotation. Gleich neun Positionen stellte der Coach um, fünf Spieler feierten ihr WM-Debüt. "Wir haben alle Spieler eingesetzt. Das war ein Ziel, das wir uns immer gesetzt haben", erklärte Scaloni. Der Rhythmus? Litt darunter nicht.
Genau das macht Argentinien so gefährlich. Auch der zweite Anzug sitzt beim Weltmeister. Die Mannschaft kann den Ball laufen lassen, Spiele kontrollieren, aber auch tief stehen und blitzschnell umschalten. Ob Julian Alvarez, Lautaro Martinez oder die Kreativspieler im Mittelfeld – die Kadertiefe ist ein echtes Pfund.
Scaloni bleibt trotz des perfekten Starts vorsichtig. "Man darf sich nicht den Kopf verdrehen lassen", mahnte der 48-Jährige. Dieses Trikot bedeute immer, alles zu geben und gewinnen zu wollen. Seit 2018 formte er aus Argentinien eine Titelmaschine: Copa América 2021, WM 2022, Copa América 2024 – nun soll der nächste Coup folgen.
Der emotionale Fixpunkt bleibt Messi. Auch mit 39 Jahren ist der Superstar der kreative Kopf, der Taktgeber und der Spieler, dem in engen Momenten alle vertrauen. Seine Zahlen sind historisch, sein Einfluss geht aber weit darüber hinaus. Messi macht aus argentinischer Stabilität Magie.