Ghana hat bei der Fußball-WM 2026 als einer der besten Gruppendritten den Sprung ins Sechzehntelfinale geschafft. Nach dem 1:2 gegen Kroatien reichten vier Punkte aus der Gruppenphase für den Aufstieg. Für Teamchef Carlos Queiroz ist das allerdings kein Grund, das neue XXL-Turnier mit 48 Mannschaften zu feiern.
Der 73-Jährige, der unter anderem Real Madrid trainierte und einst Assistent von Sir Alex Ferguson bei Manchester United war, sieht die Aufstockung kritisch. "Etwas ist nur dann wirklich besonders, wenn es selten ist", sagte Queiroz. Durch die vielen Startplätze verliere die Weltmeisterschaft aus seiner Sicht an Exklusivität und damit auch an Wert.
Besonders die Qualifikation leide unter dem neuen Modus, meint der Trainer-Routinier. "Aber selbst die Qualifikationsspiele in Europa und Afrika verlieren allmählich an Bedeutung, weil ja fast alle qualifiziert sind. Die Spannung wird aus der Qualifikation genommen."
Queiroz: "Die WM muss so organisiert sein, dass die Qualifikation ernsthaft, hart und wettbewerbsfähig bleibt. Die Spieler haben auch in den Vereinen lange Saisonen und eine hohe Belastung – das muss berücksichtigt werden. Es sind viele kleine Details, die in Zukunft sorgfältig untersucht werden müssen."
Trotz seiner Kritik blickt Queiroz nun nach vorne. Sein Team trifft am Freitag im Sechzehntelfinale auf Kolumbien. Aus der Gruppenphase nehme Ghana viele wertvolle Erkenntnisse mit. Gleichzeitig fordert der Portugiese eine genaue Überprüfung des Turnierformats. Angesichts der hohen Belastung der Spieler müsse die WM auch künftig sportlich anspruchsvoll und die Qualifikation hart umkämpft bleiben.