Österreich hat dank Sasa Kalajdzic mit einem dramatischen Last-Minute-3:3 gegen Algerien den Sprung ins Sechzehntelfinale der Fußball-WM geschafft. Am Donnerstag steigt um 21 Uhr (MESZ) in Los Angeles gegen Spanien der nächste WM-Schlager für die rot-weiß-roten Fans.
Für ein WM-Wunder gegen den amtierenden Europameister muss sich das ÖFB-Team steigern. Ausgerechnet bei einer Stärke, für die Teamchef Ralf Rangnick eigentlich steht, liegt das ÖFB-Team bei der WM hinter den Erwartungen.
Beim schnellen Zurückerobern des Balles ist Österreich mit durchschnittlich 63,15 Sekunden nur auf Platz 44 unter 48 Teams. Dabei gilt das aggressive Gegenpressing seit Jahren als Markenzeichen von Rangnicks Fußball. Die bereits gescheiterten Türken führen diese Wertung mit durchschnittlich 29,94 Sekunden klar an.
In anderen Statistiken mischt Österreich dagegen ganz vorn mit. Mit nur 20 Fouls beging das ÖFB-Team hinter Spanien (15) die zweitwenigsten Regelverstöße der Gruppenphase. Lauffreudigster Österreicher war Nicolas Seiwald mit 33,878 Kilometern, was Platz zwölf unter allen WM-Spielern bedeutet. Direkt dahinter folgt Konrad Laimer mit 32,852 Kilometern.
Auch bei den Sprintwerten zählt Österreich zur Spitze. Die meisten Sprints absolvierte der Marokkaner Ismael Saibari mit 220. Marcel Sabitzer liegt mit 173 auf Rang fünf, Laimer brachte es auf 147.
Weniger erfreulich fällt dagegen eine weitere Offensiv-Statistik aus. Österreich gab in den drei Gruppenspielen lediglich 26 Torschüsse ab und liegt damit nur auf Platz 38. Acht Abschlüsse gingen aufs Tor, was Rang 34 bedeutet. Für die meisten Torschüsse sorgte Belgien mit 73.
Bei den Pässen brachte Kapitän David Alaba mit 157 die meisten Zuspiele im ÖFB-Team an den Mann. Xaver Schlager war mit einer Passquote von 96 Prozent Österreichs genauester Stammspieler. Insgesamt spielte die Rangnick-Elf 1.467 Pässe und belegt damit Platz 22. Die meisten Zuspiele gelangen Spanien mit 2.191 vor Algerien (2.070) und Argentinien (1.966). Die mit Abstand meisten Flanken schlug Kanada mit 117.
Im Tor wehrte Alexander Schlager acht Schüsse ab. Die meisten Paraden gelangen Kap-Verde-Goalie Eloy Room mit 21.
Die WM-Gruppenphase brachte beeindruckende Zahlen hervor: In den bisherigen 72 von insgesamt 104 Spielen fielen 215 Tore, was einen Schnitt von 2,98 Treffern pro Spiel bedeutet. Damit wurde der bisherige WM-Rekord von 172 Toren bei der Endrunde 2022 in Katar bereits vor Beginn der K.o.-Phase übertroffen.
Das schnellste Tor erzielte Paraguays Matias Galarza nach 64 Sekunden gegen die Türkei. Das torreichste Spiel war Deutschlands 7:1 gegen WM-Debütant Curacao.
Für die meisten Tore sorgte Lionel Messi. Der Argentinier hält nach sechs Treffern bei insgesamt 19 WM-Toren und überholte damit Miroslav Klose (16) als erfolgreichsten WM-Torschützen der Geschichte. Dreierpacks gelangen Messi gegen Algerien, Kanadas Jonathan David gegen Katar und Frankreichs Ousmane Dembele gegen Norwegen.
Jüngster Torschütze ist Senegals Ibrahim Mbaye, der gegen Frankreich im Alter von 18 Jahren und 143 Tagen traf. Portugals Cristiano Ronaldo war bei seinem Doppelpack gegen Usbekistan mit 41 Jahren und 143 Tagen der älteste Torschütze.
Frankreich, die Niederlande und Deutschland erzielten in der Gruppenphase jeweils zehn Tore. Die meisten Gegentreffer kassierten die Türkei und der Irak mit jeweils zwölf.
Von den bisher elf Elfmetern wurden acht verwandelt und drei vergeben. Fünf Tore fielen direkt per Freistoß. Insgesamt erzielten Einwechselspieler bereits 43 Treffer. Die meisten Joker-Tore gelangen Deutschlands Deniz Undav mit drei Treffern.
Für Österreich war das wichtigste Tor jenes von Sasa Kalajdzic: Sein Ausgleich in der 96. Minute gegen Algerien brachte dem ÖFB-Team den Aufstieg ins Sechzehntelfinale.