Lexip Pu94 im Test: Die Game-Maus mit zwei Joysticks

Das französische Unternehmen Lexip bringt die neue Gaming-Maus Pu94 nach Österreich. "Heute" hat die Maus mit den beiden Joysticks getestet.

Der Plan für die Lexip-Maus mit zwei Joysticks ist bereits drei Jahre alt, finanziert wurde das Gerät schließlich über eine Kickstarter-Kampagne und nun ist sie auch in Österreich erhältlich. Kostenpunkt: rund 80 Euro. Bisher kannte man Mäuse mit zusätzlichen Sticks eigentlich nur für Zeichen- und Grafik-Anwendungen – nun soll sie allerdings das Gaming revolutionieren. Äußerlich erscheint die Maus klobiger als viele Konkurrenten, auffällig sind neben den Sticks zudem die etwas kurzen Tasten.

Bei der Funktion gibt es ebenfalls einige Eigenheiten: Die Maustasten enden wenige Millimeter vor dem Gehäuse, statt mit diesem abzuschließen. Die frei bleibende Fläche soll als Druckpunkt für einen der beiden Joysticks verwendet werden. Wie, zwei Joysticks? Ja! Neben dem sichtbaren kleinen Daumen-Stick an der linken Seite der Maus ist ein weiterer intern verbaut. Dieser wird über den Sockel der Maus gesteuert, der beweglich ausgefallen ist. Das fühlt sich anfangs eigenartig an.

Maus lässt sich auf alle Seiten kippen

Vorstellen kann man sich das so: Man bedient ganz herkömmlich eine Maus, die in einer Art Sockel-Gehäuse sitzt. Durch diesen Sockel lässt sich die Maus zusätzlich nach vorne und hinten sowie links und rechts schwenken – ein Sensor erkennt diese Bewegungen und löst die entsprechenden Befehle im Game aus. Durch diesen speziellen Aufbau mit den zwei Joysticks und dem schwenkbaren Mauskörper ist das Gerät nur für Rechtshänder bedienbar. Eine Version für Linkshänder soll laut dem Hersteller noch folgen.

Auf der Unterseite der Maus beziehungsweise des Sockels finden sich sechs Keramikfüße, die für ein sehr flüssiges und fast reibungsloses Bediengefühl sorgen. Zudem gibt es neben den zwei Primär-Maustasten noch vier weitere Tasten am Gerät – alle sechs sind programmierbar. Mit dem PC oder Laptop verbunden wird die Lexip Pu94 über eine fast vollkommen versteckte Kabelbuchse an der Vorderseite des Sockels, das eine Micro-USB- zu USB-A-Verbindung ermöglicht. Ein passendes, 1,6 Meter langes Mauskabel wird mitgeliefert.

Kabel-Manko kann gelöst werden

Schön ist, dass es nicht unbedingt größere oder kleinere Hände braucht, um die Maus perfekt zu bedienen – aufgrund der Tasten- und Stick-Positionierung kann sie als "Unihand"-Maus bezeichnet werden. Eine Soft-Touch-Beschichtung fühlt sich angenehm an und bietet einen soliden Halt, die übrigen Hochglanz-Kunststoffelemente ziehen jedoch Fingerabdrücke magisch an und sind zudem kratzeranfällig. Die gebogenen Seiten der Maus lassen Nutzer dafür gut zupacken.

Ein kleines Manko offenbart die Maus zu Beginn: Die kabelgebundene Nutzung bremst etwas die sonst so geniale Mausbewegung, die eigentlich durch die tollen Keramikfüße fantastisch ausgefallen ist. Das mitgelieferte Kabel ist so steif, dass die Maus sogar etwas verrutscht, wenn man sie loslässt. Die Kabel-Auffälligkeit ist jedoch kein Weltuntergang, dank der Möglichkeit, es zu tauschen: Wer will, ersetzt das gelieferte einfach durch ein biegsameres. Die Keramikfüße lassen sich übrigens tauschen, Lexip bietet dazu ein eigenes Nachrüstungs-Pack an.

Schnelles Tempo, schwache Beleuchtung

Beim Gamen geht das erst ungewohnte Mausgefühl dann schnell ins Blut über und die Möglichkeiten sind spannend: So kann etwa in einem Spiel die Kamera mit dem Daumen-Joystick gesteuert werden, während die Bewegung der Spielfigur durch das Kippen und Schwenken der Maus geschieht. Das klappt so gut und geht teils so weit, dass in manchen Spielen die Nutzung der Tastatur komplett entfallen kann. Eine Schwachstelle offenbart sich jedoch: Das Kippen der Maus nach vorne macht es fast unmöglich, gleichzeitig eine der Primärtasten zu bedienen, denn da kommen sich die Finger in die Quere.

Nicht zu viel darf man sich von der Beleuchtung der Maus erwarten. Logo und Leisten erstrahlen zwar in gewünschten Farben, diese zeigen sich aber oft nicht durchgängig im selben Farbton und sind bei Tageslicht kaum erkennbar. Kaum Schwachstellen lässt aber der verbaute Lasersensor erkennen. Während die meisten Gaming-Mäuse auf optische Sensoren setzen, muss sich die Lexip Pu94 nicht verstecken. Sowohl bei grafischen Anwendungen als auch bei Shootern und Co. gibt es keine bemerkbare Verzögerung oder Aussetzer. Beim Markieren von Textstellen, vor allem einzelnen Buchstaben, zeigt sich aber ein minimales Holpern oder dass die Maus bei kleinsten Bewegungen manchmal gar nicht reagiert. Mit dem Tempo und der Präzision von Highend-Mäusen kann die Pu94 nicht mithalten. Muss sie zu dem Preis aber auch nicht.

Knackpunkt ist letztlich der Anwendungsfall

Vorbildlich ist die Unterstützung per eigener Lexip-Software, über die die Belegung und Beleuchtung der Tasten konfiguriert werden kann. Sie ist leicht verständlich und zeigt mit Beispielen vor, wie man die Pu94 optimal einrichten kann. Allzu viel abseits der genannten Faktoren lässt sich aber sowieso nicht verstellen, allerdings werden nur absolute Experten weitere Optionen vermissen. Was beachtenswert ist: Die Software muss nach der Konfiguration im Hintergrund beim Gamen und Zocken weiterlaufen, da der Maus ein Hardware-Speicher fehlt und die Änderungen sonst nicht wirksam bleiben.

Zwar braucht es eine Eingewöhnungszeit, bis sich die Nutzung der Joystick-Maus auch eingespielt hat, dann aber ist sie komfortabel und begeistert mit tollen Gleitfähigkeiten sowie dem Zusatznutzen durch die beiden Joysticks. Ob man selbst zur Lexip Pu94 greifen will und soll, ist jedoch letztlich eine Frage des Nutzens und der Möglichkeiten. In Games oder bei grafischen und tabellarischen Arbeiten macht die neue Steuerungsmöglichkeit durchaus etwas her. Der Knackpunkt ist allerdings, ob die jeweiligen Spiele oder Anwendungen diese überhaupt unterstützen. Viele wie das Game "Star Citizen" tun dies, andere wiederum gar nicht - darüber sollte man sich im Vorfeld klar sein.

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