Neue Studie

Lichtverschmutzung macht Linzer Himmel 250 Mal heller!

Eine neue Studie zeigt: Industrie und Gewerbe sind Hauptverursacher der Lichtverschmutzung in Linz. Jetzt soll gegengesteuert werden.
Michael Pollak
06.11.2025, 16:25
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Heftige Resultate: Die Stadt Linz hat gemeinsam mit der Universität Wien eine umfassende Analyse zur Lichtverschmutzung gestartet. Erste Ergebnisse zeigen deutlich: Industrie- und Gewerbegebiete, vor allem im Osten der Stadt, sind die größten Lichtverursacher. Besonders auffällig: Der Bereich rund um die Voestalpine leuchtet in der Nacht doppelt so hell wie die Innenstadt.

Seit Oktober 2024 arbeitet ein Expertenteam unter der Leitung von Dr. Stefan Wallner an der "Linzer Lichtstudie". Dabei wurden Luft-, Boden- und Satellitenmessungen kombiniert. In klaren Nächten ist der Himmel über der Linzer Innenstadt laut Studie rund 16-mal heller als ein natürlicher Nachthimmel. Bei Wolken steigt die Helligkeit sogar auf das 250-Fache.

"Unsere Devise lautet: Weniger, aber dafür besseres Licht. Wir wollen Mensch, Tier und Umwelt schützen, ohne auf Sicherheit zu verzichten", erklärt Umweltstadträtin Eva Schobesberger. Das Ziel sei eine stadtverträgliche und umweltbewusste Beleuchtung.

Messungen per Helikopter

Messungen aus Helikopterflügen und bodengebundene Messstellen wie am Wissensturm oder im Chemiepark zeigen: Kaltweiße Lichtquellen strahlen weiter und stören mehr als warmes Licht. Im Zentrum sorgt vor allem Werbebeleuchtung nach Mitternacht für Probleme. 80 Prozent der untersuchten Lichtquellen auf der Landstraße liegen im unerwünscht kalten Farbspektrum.

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Die gute Nachricht: In den vergangenen zehn Jahren blieb die Helligkeit über Linz konstant. Bereits gesetzte Maßnahmen wie die Umstellung auf abgeschirmte LEDs zeigen Wirkung. Auch die ÖNORM O 1052 im oberösterreichischen Umweltschutzgesetz wird konsequent umgesetzt.

Firmen sollen Licht abdrehen!

Mit der Aktion "Mach mit bei Lina" ruft die Stadt Unternehmen auf, ihre Werbeleuchten freiwillig ab 22 Uhr auszuschalten. Eine Fledermaus als Maskottchen soll dabei Bewusstsein schaffen.

Das Fachsymposium "Licht-Immissionen und nachhaltige Lichtgestaltung" findet am 19. November im Ars Electronica Center statt. Die Ergebnisse der Studie sollen bis Ende 2025 vorliegen und als Grundlage für weitere Maßnahmen dienen.

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