Wer sich heute ab 40 Jahren noch einmal verliebt, lernt seinen neuen Partner meist nicht in der Bar oder beim Fortgehen kennen. Die Partnersuche verlagert sich immer stärker ins Internet.
Laut einer aktuellen Studie von Parship (1.069 Interviews) haben sechs von zehn der 40- bis 75-Jährigen, die sich in den vergangenen zehn Jahren neu verliebt haben, ihren Partner online kennengelernt. Damit ist das Internet in dieser Altersgruppe mit großem Abstand der häufigste Weg in eine neue Beziehung.
Weit abgeschlagen folgen andere Möglichkeiten: 14 Prozent lernten sich im Urlaub kennen, zwölf Prozent über den Beruf und elf Prozent über gemeinsame Bekannte. Nur zwei Prozent fanden ihre große Liebe beim Fortgehen.
"In der Lebensmitte verfügt man meist über einen festen Freundeskreis, geht tendenziell weniger intensiv und häufig aus und lernt 'offline' seltener neue Menschen kennen. Gerade deshalb wird ab diesem Alter das Internet besonders gezielt und bewusst zur Chancenmaximierung genutzt, jemand Passenden kennenzulernen, mit dem man auch langfristig glücklich ist und ähnliche Erwartungen und Wertvorstellungen teilt", sagt Caroline Erb, Psychologin bei Parship.
Zum Vergleich: Über alle Altersgruppen hinweg liegt der Anteil der online entstandenen Beziehungen bei lediglich 19 Prozent.
Die Parship-Studie zeigt auch: 28 Prozent der über 40-Jährigen sind derzeit alleinstehend. Mehr als zwei Drittel von ihnen leben bereits länger als drei Jahre ohne Partner.
Auffällig ist der Unterschied zwischen Männern und Frauen. Während 61 Prozent der männlichen Singles über 40 den Wunsch nach einer festen Beziehung haben, sagen das nur 36 Prozent der Single-Frauen. Viele Frauen sind mit ihrem Single-Leben zufrieden und möchten daran nichts ändern.
Auch bei den unter 40-Jährigen steht das Internet mittlerweile an erster Stelle. 37 Prozent der Paare, die sich in den vergangenen zehn Jahren gefunden haben, lernten sich online kennen. Dahinter folgen gemeinsame Bekannte (19 Prozent), der Arbeitsplatz (13 Prozent) und das Fortgehen (10 Prozent).
"Bei den unter 40-Jährigen ist das Kennenlernen vielfältiger verteilt - Online-Dating ist zwar auch hier der häufigste Weg, aber klassische Begegnungen im Freundeskreis, am Arbeitsplatz oder beim Ausgehen spielen weiterhin eine spürbare Rolle. Jüngere Menschen haben mehr soziale Berührungspunkte im Alltag: Ausbildung, neue Jobs, ein aktiveres Ausgehverhalten und größere, sich noch verändernde Freundeskreise sorgen dafür, dass sich neue Begegnungen öfter ergeben. Unabhängig vom Alter punktet man mit Natürlichkeit, Authentizität und Aktivität", so Erb.