Der Hype um E-Autos nimmt wieder zu. Laut einer aktuellen Auswertung der Österreichischen Energieagentur und willhaben befinden sich Angebot und Nachfrage nach E-Autos aus zweiter Hand derzeit im Bereich eines Allzeithochs.
Die Zahlen zeigen einen deutlichen Trend: Im ersten Halbjahr 2026 wurden auf willhaben knapp dreimal so viele Anfragen für Elektroautos verzeichnet wie im gleichen Zeitraum 2022. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 stieg das Interesse sogar um rund 80 Prozent.
Besonders auffällig war die Entwicklung im Frühjahr. Rund um den Beginn der jüngsten Iran-Krise verdoppelte sich die Zahl der Anfragen im März im Vergleich zum Februar nahezu. Auch im April lag das Interesse laut willhaben noch um 70 bis 80 Prozent über dem Februar.
"Das Interesse und Angebot an Elektrofahrzeugen aus zweiter Hand befindet sich auf willhaben aktuell im Bereich eines Allzeithochs", sagt Alexander Reissigl, Product Director Auto & Motor bei willhaben.
Auch der Anteil der E-Auto-Anfragen an allen Auto-Anfragen ist stark gestiegen. In einzelnen Monaten lag er laut der Auswertung bereits viermal so hoch wie im Jahr 2022.
Laut dem willhaben-Marktmonitor wechseln Tesla Model Y und Tesla Model 3 derzeit auch am schnellsten den Eigentümer.
Ein gebrauchtes Tesla Model 3 wird auf der Plattform derzeit zu einem Medianpreis von rund 25.000 Euro angeboten. Für ein Model Y werden rund 35.000 Euro verlangt. Deutlich günstiger ist etwa der Renault Zoe mit rund 9.000 bis 10.000 Euro.
Nachdem die Preise für gebrauchte Elektroautos über längere Zeit gesunken waren, zeigt sich zuletzt eine Trendwende. Seit April 2026 steigen die Median-Angebotspreise laut willhaben wieder spürbar an. Ob sich diese Entwicklung fortsetzt, werde sich erst in den kommenden Monaten zeigen.
Christoph Dolna-Gruber von der Österreichischen Energieagentur sieht das hohe Interesse nicht als Überraschung.
"Das hohe Interesse an elektrifizierten Fahrzeugen ist nicht verwunderlich: Bei einem Verbrenner kommt nur ein Viertel der getankten Energie auf der Straße an. Beim Elektroauto sind es drei Viertel. Wir kommen mit demselben Energieeinsatz also drei Mal so weit - und das reduziert auch die Betriebskosten."
Auch bei der Ladeinfrastruktur sieht er Österreich gut aufgestellt. Laut Energieagentur gibt es bereits 37.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte und rund 200.000 Wallboxen. Auf sieben Elektroautos komme eine öffentliche Ladestation.