Wenn du ein Feinschmecker bist, der gerne einzigartige Restaurants besucht, dann ist Immersive Dining der ideale Weg, um dein Essenserlebnis auf die nächste Stufe zu heben. In den letzten Jahrzehnten haben Designer neue Methoden gefunden, um das Essen mit einer Reihe von Sinneserfahrungen zu verbinden und dabei eine ganz neue Kunstform zu schaffen. Viele Themenrestaurants versetzen die Gäste in ihre Lieblingswelten aus der Fiktion, wo sie bekannte Orte erkunden können. Wer besonders mutig ist, kann seine Sinne sogar in Wien bei einem "Dinner im Dunkeln" auf die Probe stellen.
Aber keines ist so polarisierend wie das Füde-Dinner-Erlebnis, das in Los Angeles und in New York (USA) stattfindet. Bei diesem Erlebnis sind die Gäste eingeladen, sich ganz zu entblößen, indem sie nicht nur ihre Mäntel, sondern ihre gesamte Garderobe an der Tür zurücklassen, um völlig nackt mit einer Gruppe von Fremden ein Essen zu genießen. Im Mittelpunkt steht das reine Selbst, ohne sexuellen Kontext.
Wie die "New York Times" berichtet, wird das Füde-Erlebnis von der Künstlerin und dem Model Charlie Ann Max geleitet, die seit 2020 Nackt-Events veranstaltet. Für 88 Dollar können die ausgewählten Gäste ein veganes Menü genießen. Jede Veranstaltung steht unter einem bestimmten Motto. Alle Gäste müssen sich im Voraus für die Veranstaltung bewerben, wobei Männer strenger geprüft werden als Frauen.
Füde möchte einen sicheren Raum schaffen, in dem Menschen sich selbst erforschen und mit anderen in Kontakt treten können. Bei einigen Füde-Sitzungen wird das Nacktessen auch mit anderen Disziplinen und Aktivitäten wie Atemarbeit, Yoga, Lebenszeichnen, Ton und Fotografie kombiniert. Interessierte Teilnehmer können auf der Website den nächsten Füde-Veranstaltungskalender einsehen und das Anmeldeformular abrufen.
Mitten in der Pandemie gründete die Künstlerin und Model Charlie Ann Max einen Instagram-Account mit dem Namen Füde, auf dem sie ihre veganen Rezepte zusammen mit Fotos der Gerichte neben ihrem eigenen nackten Körper veröffentlichte. Jedes Mal, wenn einer ihrer Follower das Gericht zu Hause nachkochte und das Rezept erneut postete, spendete Max an wohltätige Organisationen.
Trotz der wiederholten Markierung und Zensur durch Instagram gewann Max' Unterfangen auf der Social-Media-Plattform eine ziemlich große Fangemeinde, was sie schließlich dazu veranlasste, das Projekt in eine reale Veranstaltungsreihe umzuwandeln. "Füde" ist kein echter Begriff, sondern eine Anspielung auf das englische Wort "food" (Essen) und verweist auf Max' deutsch-jüdisches Erbe – daher der Akzent.