Genuss

Deshalb darf in England wieder Hai serviert werden

Der Dornhai gilt eigentlich als gefährdet. Doch weil die Fisch-Preise explodieren, darf der Haifisch in Großbritannien wieder gefangen werden.
Christine Scharfetter
11.04.2023, 14:38
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Neben "Fish 'n' Chips" kommt in Großbritannien jetzt wohl auch wieder "Shark 'n' Chips" auf die Speisekarten: Die britische Regierung hat die Fangbestimmung für Dornhaie nach 13 Jahren geändert. Die gefährdete Art darf jetzt wieder gefischt und serviert werden, berichtet die "Financial Times".

Begründet wird die Entscheidung mit den stark gestiegenen Preisen für Fisch. Das gilt vor allem für den Kabeljau, der für den britischen Klassiker gerne paniert wird. Seit Beginn des russischen Angriffkrieges sind die Importkosten in die Höhe geschossen und auch die Energiepreise steigen weiterhin unaufhörlich. Die Änderung der Fangbestimmungen soll deshalb besonders für Fish-and-Chips-Buden und Pubs eine gewisse Erleichterung bringen.

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Rock Salmon

Der Dornhai wird bis zu 160 cm groß und lebt sowohl im Atlantik als auch in der Nordsee, häufig sogar in Küstennähe. Wegen Überfischung ist der Bestand deutlich zurückgegangen, der kleine Hai befindet sich auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN und wird als gefährdet eingestuft, berichtet die Naturschutzorganisation WWF. Seit dem Jahr 2010 gab es für den Hai ein Fangverbot.

Bekannt ist er auch als Rock Salmon (Felsen-Lachs), weshalb er vor dem Fangverbot oft als "Rock 'n' chips" angeboten wurde.

Einzige Möglichkeit

"Wir haben uns alle möglichen Alternativen angesehen, von südafrikanischem Seehecht bis hin zu amerikanischem Pazifik-Seehecht und Kabeljau aus Norwegen, also alles, was den Druck auf den Lieferketten etwas verringert", sagte Andrew Cook vom nationalen Verband der Fisch-Frittierer der "Financial Times".

Rote Liste

Umweltorganisationen verurteilten den Schritt jedoch: Der Dornhai bleibe eine gefährdete Art, sagte Charlotte Coombes von der Marine Conservation Society der Zeitung. Die Aufhebung des Fangverbots berge das Risiko, dass die Dornhai-Populationen wieder deutlich schrumpfen, wenn man nicht vorsichtig genug vorgehe.