"Immunität schwindet" – Experte zum Impfpflicht-Aus

Impf-Experte Kollaritsch hofft, dass die Österreicherinnen und Österreicher jetzt erst recht impfen gehen.
Impf-Experte Kollaritsch hofft, dass die Österreicherinnen und Österreicher jetzt erst recht impfen gehen.ROLAND SCHLAGER / APA / picturedesk.com
Herweg Kollaritsch, Infektiologe und Impf-Experte, ist nicht traurig über das Ende der Impfpflicht, hofft aber auf die Vernunft der Bevölkerung.

"Für mich ist es eine Kommission weniger", lautet Herwig Kollaritsch' erster Satz am "Heute"-Telefon. Als Infektiologe und Mitglied des Nationalen Impfgremiums (NIG) hatte Donnerstagmorgen zwar noch nichts von einem Ende der Impfpflicht gewusst, sei aber auch nicht traurig darüber und sehe auch kein Problem darin.

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"Mit der Aussage, dass Omikron nicht zu schweren Verläufen und weniger Hospitalisierungen führen, hat die Regierung schon recht", so der Impf-Experte. "Ob weitere Wellen nicht zu einer kritischen Belastung des Gesundheitssystems führen, traue ich mich jedoch nicht zusagen." Dennoch gebe es nun mit dem Ende der Impfpflicht eine Polarisierung in der Gesellschaft weniger, die bereits viel Porzellan zerbrochen habe.

Risiko senken

Nun gehe es darum, die Leute zu motivieren, sich erst recht impfen zu lassen. Grund genug gebe es dafür jedenfalls: "In erster Linie, damit ich das Risiko senke." Schließlich schütze die Impfung vor einer schweren Erkrankung. Dazu bringt Kollaritsch auch gleich einen einleuchtenden Vergleich: "Ich kaufe doch auch keine glatten Reifen für das Auto, sondern Reifen mit Profil, die auf einer nassen Fahrbahn ein besseren Halt haben."

"Kaufe doch auch keine glatten Reifen."

Außerdem schwinde die derzeit gewonnene Impf-Immunität im Laufe der Zeit. "Man muss diese Impfung, wie andere auch,  auffrischen und so das Immunsystem immer wieder daran erinnern."

Über 60 Prozent geimpft

Mit Stand 22. Juni 2022 haben 5.602.113 Menschen, also 62,39 Prozent der Österreicher, ein aktives Impfzertifikat. Rund 4,4 Millionen haben sich mit Corona infiziert. Für die österreichische Regierung reicht das offenbar, um als letzte Maßnahme im Kampf gegen das Virus auch die hochgelobte Impfpflicht abzuschaffen.

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