So viele Menschen hatten in der EU bereits Corona

Von vielen Seiten wird bereits vor dem Herbst gewarnt.
Von vielen Seiten wird bereits vor dem Herbst gewarnt.Erwin Scheriau / EXPA / picturedesk.com
Die Europäische Kommission ruft die Mitgliedsstaaten auf, sich jetzt auf die nächste Phase der Pandemie vorzubereiten – mit Impfungen und Boostern.

Nach Schätzungen der Europäischen Kommission haben sich in der EU inzwischen bis zu 80 Prozent der Bevölkerung mit Covid-19angesteckt. Dies teilte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides am Mittwoch mit. Nach Angaben der EU-Gesundheitsbehörde betreffen die gemeldeten Fälle bisher etwa 30 Prozent der europäischen Bevölkerung. Rechnet man die nicht gemeldeten Infektionen hinzu, dann könnten es bis zu 350 Millionen Menschen sein, was etwa 77 Prozent entspricht.

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Da die Zahl der Infektionen und Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 zuletzt zurückgegangen sei, gehe die EU nun dazu über, nicht mehr massenhaft zu testen und Fälle zu melden, sagte Kyriakides. Es sei jedoch mit einem erneuten Auftreten von Fällen zu rechnen, da eine weitere Mutation des Virus wahrscheinlich sei.

Zurück zum Notfallmodus

Die Kommission forderte daher die Länder der Staatengemeinschaft auf, sich darauf vorzubereiten, wieder in den Notfallmodus wechseln zu können, und die Impfkampagnen zu verstärken. Die Brüsseler Behörde stellte am Mittwoch einen Leitfaden für den Übergang von der Notlage der vergangenen Monate und Jahre zu einem langfristigeren Umgang mit der Pandemie vor.

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Mehr Kinder impfen

Darin wird vor allem darauf hingedeutet, die Impfungen voranzutreiben. Nur 64 Prozent der EU-Bevölkerung hätten einen Booster erhalten, und es gebe noch 90 Millionen komplett ungeimpfte Menschen in der EU, so Kyriakides. Auch solle die Impfung von Kindern vor Beginn des neuen Schuljahres weiter forciert werden. Dem Dokument zufolge liegt die Impfquote bei Kindern zwischen fünf und neun Jahren – der jüngsten Altersklasse, für die Impfstoffe zugelassen sind – in Europa bei unter 15 Prozent. Bei Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren sind es dagegen über 70 Prozent.

Die EU will auch die Entwicklung neuer Medikamente gegen Covid-19 unterstützen, vor allem die von antiviralen Mittel, die einfacher zu lagern und zu verabreichen sind. Bereits zugelassen sind die Corona-Pillen von Pfizer und Merck & Co. Sie setzen sich aber wegen hoher Preise und der komplizierten nationalen Verfahren für die Verschreibung bisher nur langsam durch.

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