Gesundheit

Zehntausende neue Fälle in Österreich, Virologin ratlos

Täglich werden in Österreich hohe Fallzahlen gemeldet, die selbst bei Virologin Dorothee von Laer Fragezeichen aufwerfen.

Christine Scharfetter
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Virologin Dorothee von Laer hofft auf eine Entspannung der Fallzahlen in zwei bis drei Wochen.
Virologin Dorothee von Laer hofft auf eine Entspannung der Fallzahlen in zwei bis drei Wochen.
Günther Pichlkostner / First Look / Tobias Steinmaurer / picturedesk.com

"Langsam müssten eigentlich alle durch sein", beginnt Virologin Dorothee von Laer von der Med-Uni Innsbruck ihre Antwort gegenüber "Heute". Erst vor genau einer Woche schnellte die Zahl der Neuinfektionen am Dienstag plötzlich auf 30.939 hoch. Nur 24 Stunden später waren es am Mittwoch bereits 47.795 und am Donnerstag erreichten die Fallzahlen ein trauriges Rekordhoch mit 49.432 Neuinfektionen.

Und heute? Erneut 37.125 Neuinfektionen. Langsam müssten sich also tatsächlich alle mindestens einmal mit der Omikron-Variante des Coronavirus infiziert haben und die Zahlen allmählich wieder sinken.

Jede Welle hat ein Ende

Doch wann die Omikron-Welle in Österreich wirklich überstanden ist, steht wohl noch in den Sternen. Denn der Blick auf andere Länder in Europa zeigt: "Nur Deutschland ist wie wir noch nicht über den Berg, in allen anderen Ländern sind die Inzidenzen schon wieder unten. Warum, ist mir auch ehrlich nicht klar", zeigt sich die Professorin ehrlich ratlos.

Dennoch wagt von Laer eine Prognose, die sogar jene der Regierung überholt: "Ich hoffe dass wir zwar etwas verspätet, aber dann doch so in zwei bis drei Wochen den anderen Ländern folgen und die Inzidenzen deutlich zurückgehen." Zum Vergleich, laut Prognose-Papier der österreichischen Regierung sollen die hohen Fallzahlen mehr oder weniger noch bis Mitte April anhalten.

Die Folge der Öffnungsschritte

Für Komplexitätsforscher und Gecko-Mitglied Peter Klimek eindeutig die Folge der Öffnungsschritte seit Februar: "Diese Anstiege gehen nur zu einem gewissen Teil auf die neue Omikron-Subvariante BA.2 zurück. Wir sehen, dass sich die Ausbreitungsgeschwindigkeit von BA.1 – der vorhergehenden Variante – in den letzten Tagen noch einmal erhöht hat und dafür maßgeblich sind die Öffnungen, die am 19.2. erfolgt sind. Das heißt, da hat man jetzt eindeutig gesehen, dass auch die bereits erfolgten Öffnungsschritte das Infektionsgeschehen bereits anheizen", erklärte der Experte der MedUni Wien unlängst in einem "Wien heute"-Interview.