Die Sommer werden heißer - und Linz rüstet auf. Die LINZ AG baut derzeit eine neue Fernkältezentrale im Energiepark Linz-Mitte. Herzstück des Großprojekts ist ein rund drei Kilometer langer "Klimatunnel", der künftig kaltes Wasser durch die Stadt transportiert und große Gebäude klimafreundlich kühlen soll.
Das Gesamtprojekt kostet rund 100 Millionen Euro. Unterstützt wird es unter anderem von der Europäischen Investitionsbank, die der LINZ AG insgesamt 200 Millionen Euro für klimafitte Infrastruktur bereitstellt. Ein Teil davon fließt in die neue Fernkälteversorgung. Zusätzlich wurde eine Bundesförderung beantragt.
Die neue Fernkältezentrale startet mit einer Leistung von 28 Megawatt und kann später auf 40 Megawatt erweitert werden. Ein Megawatt reicht aus, um rund 18.000 Quadratmeter Gebäudefläche mit Fernkälte zu versorgen. Zu den ersten Kunden sollen unter anderem die Krankenhäuser der Barmherzigen Brüder und der Barmherzigen Schwestern zählen.
Das Prinzip ist einfach: In der Zentrale wird Wasser auf fünf bis sieben Grad heruntergekühlt und durch ein Rohrnetz zu den angeschlossenen Gebäuden gepumpt. Dort nimmt es die Wärme auf und fließt zurück, wo es erneut abgekühlt wird. Im Gegensatz zu herkömmlichen Klimaanlagen entsteht dabei keine zusätzliche Abwärme direkt in der Stadt.
Besonders spektakulär wird der Kältespeicher. Er fasst 13 Millionen Liter Wasser, ist 40 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 22 Metern. Laut LINZ AG handelt es sich um den größten Kältespeicher Europas in dieser Bauform. Durch den Speicher kann die Anlage Energie günstiger und effizienter nutzen, vor allem an besonders heißen Tagen.
Der namensgebende Klimatunnel entsteht bis zu 30 Meter unter der Erde. Die begehbare Röhre verbindet die Fernkältezentrale mit dem Design Center, der Goethestraße und der Rainerstraße. Neben den Fernkälteleitungen werden dort auch Strom- und Telekommunikationsleitungen untergebracht. Insgesamt werden dafür rund 1.000 Betonrohre mit je 22 Tonnen Gewicht verbaut. Die Fertigstellung des Tunnels und die Inbetriebnahme der Fernkältezentrale sind für Mitte 2028 geplant.