Henrik Kristoffersen feierte am Dienstag im Nachtslalom von Madonna di Campiglio den Sieg. Der Norweger setzte sich vor seinem Landsmann Sebastian Foss-Solevaag (+0,33 Sekunden) und dem Südtiroler Alex Vinatzer (+0,34) durch.
ÖSV-Star Manuel Feller schrammte am Stockerl vorbei (+0,35). Feller trennte nur eine Hundertstelsekunde vom dritten, eine weitere vom zweiten Platz. Am Montag raste der Tiroler beim ersten Slalom der Weltcupsaison in Alta Badia auf den zweiten Rang. Schon bei seinem Stockerlplatz verpasste er den Sieg nur hauchdünn – Roman Zenhäusern war 0,08 Sekunden schneller.
Feller: "Die Hundertstel fuchsen uns ein bisschen. Aber ist nicht so wichtig. Es waren zwei super Rennen. Ein vierter Platz – das hätte ich vor zwei Tagen dankend angenommen." Am Montag hatte er hoch emotional auf sein Top-Ergebnis reagiert, beim Interview vor laufender Kamera geweint.
Nach zwei Bandscheibenvorfällen, einer langen, sportlichen Durststrecke und Ärger mit Kritikern in den sozialen Medien hatte er seinen zweiten Platz als "Genugtuung" bezeichnet, als "einen der emotionalsten Momente meiner Karriere".
In der Disziplinenwertung liegt Feller mit zehn Punkten Rückstand auf Kristoffersen auf Rang zwei.
Im letzten Rennen vor Weihnachten beschenkte sich Kristoffersen mit seinem Triumph unter Flutlicht selbst. Er hatte zuletzt schon an sich gezweifelt. Er wählte im Siegerinterview ähnliche Worte wie Feller tags zuvor: "Es ist vielleicht einer von meinen emotionalsten Siege in meiner Karriere." Die Erklärung: "Mit drei richtig schlechten Riesenslaloms in Serie und dem langsamen ersten Lauf ist das ein sehr emotionaler Sieg."
Warum es zuletzt nicht nach Wunsch gelaufen war? "Es ist nur im Kopf. Marcel (Hirscher, Anm.) war darin unglaublich. Jeder Lauf mit vollem Risiko und Angriffslustigkeit. Ich muss sagen: Es ist nicht so einfach."
Kristoffersen hatte sich vor Hirschers Rücktritt im Sommer 2019 jahrelang enge Rennen mit dem Salzburger geliefert, häufig den Kürzeren gezogen. Viele sahen in ihm den logischen Nachfolger als Weltcup-Dominator. Diese Rolle scheint ihm noch zuzusetzen.
Mit Marco Schwarz schaffte ein zweiter Österreicher den Sprung in die Top 10. Mit 0,58 Sekunden Rückstand wurde er Neunter. Am Montag hatte er hinter Feller über Platz drei in Alta Badia gejubelt. Fabio Gstrein folgte auf Rang zwölf (+0,74), Michael Matt (+0,83) wurde vor Adrian Pertl (+0,96) und Christian Hirschbühl (+1,01) 16.