Bei Liverpool spielt Daniel Sturridge nur die zweite Geige. Verletzungen bremsten den Stürmer allzu oft auf seinem Weg zur absoluten Elite. Am etatmäßigen Angriff Roberto Firmino, Mo Salah und Sadio Mane kommt er nicht vorbei.
Trotzdem ließ er in den letzten Monaten bei vereinzelten Einsätzen seine Klasse aufblitzen. Er pokert hoch, hat seinen auslaufenden Vertrag bisher nicht verlängert, wettet im übertragenen Sinne auf seinen begnadeten linken Fuß, um möglicherweise einen Stammplatz bei einem anderen Top-Klub zu ergattern.
Die Untersuchung
Wettspiel bringt nun seine Karriere in Gefahr. Am Montag hat die englische FA eine Klage wegen Verstößen gegen die Wett-Regularien eingereicht. Liverpool reagierte, kündigte an, dass Sturidge bereit sei, gegen die Vorwürfe vorzugehen. Der Spieler habe nie auf Fußball gewettet, heißt es in der Aussendung.
Darauf bezieht sich die Untersuchung der FA aber allem Anschein nach auch gar nicht. Sturridge werde vielmehr verdächtigt, Insider-Infos weitergegeben zu haben. Das könnte seine Leihe im Frühjahr betreffen. Buchmacher hatten für den Leih-Transfer zu West Bromwich nicht für sehr wahrscheinlich gehalten, Wettquoten von 25:1 geboten.
Die Auswirkungen
Aktuell hat die Untersuchung keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Karriere des 29-Jährigen. Trainer Jürgen Klopp kann ihn weiterhin aufstellen. Sollte er im Zuge der Ermittlungen eine Sperre aufgebrummt bekommen, könnte das dem verfrühten Ende der Laufbahn im Spitzenfußball gleichkommen. Ex-Teamspieler Joey Barton wurde voriges Jahr in England für Wetten über einen Zeitraum von zehn Jahren für 18 Monate gesperrt.
Viel Schaden ist schon jetzt angerichtet. Das Image des Angreifers bröckelt. Die lange Untersuchung hat Sturridge in dessen Vertrags-Poker ein schwaches Blatt eingebrockt.
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(Heute Sport)