Lockdown bis Ostern – Anschober sagt, was danach kommt

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) mit FFP2-Maske
Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) mit FFP2-MaskeGeorges Schneider / picturedesk.com
"Die Zeit bis Ostern ist weichenstellend", warnt Gesundheitsminister Anschober in einem Interview – so sind seine weiteren Pläne für die Zukunft.

Am 25. Februar 2020 wurden in Österreich die ersten beiden Corona-Fälle entdeckt. In einem Interview mit der "Kronen Zeitung" erzählt Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) wie er persönlich dieses Pandemie-Jahr erlebt hat, was jetzt wichtig ist und was er sich selbst am sehnlichsten wünscht.

"Entscheidung war richtig"

Jenen Schicksalstag vor fast einem Jahr hat Anschober noch genau im Gedächtnis: "Das vergesse ich nie. Ich war in Rom bei einer Konferenz zum Thema, was man tun kann, damit sich die Pandemie in Europa nicht ausbreitet. Und da kam der Anruf, dass es die ersten zwei Fälle bei uns gibt", schildert der Ressortchef. "So unrealistisch es ist: Man hofft ja, dass das Virus nicht bei uns landet".

Den ersten Lockdown verteidigt er auch rückblickend: "Es war eine schwierige Situation, es gab ja keine Erfahrungen. Das Epidemie-Gesetz ist aus 1913, eine Modernisierung war zuvor nie nötig. Die Entscheidung war nicht leicht, wir trafen sie im Team, und sie war zu dem Zeitpunkt auch richtig."

"Gemeinsamer Verzicht"

Seit dem Corona-Ausbruch in Österreich habe es für ihn keinen richtigen freien Tag gegeben: "Aber die Pandemie macht ja auch keinen Urlaub", scherzt Anschober. Für ihn ist auch Schlaf in diesen Zeiten Mangelware. Nur um die vier Stunden könne er im Bett verbringen, so der Minister. 

"Wir erleben ja gerade einen gemeinsamen Verzicht. Wir freuen uns alle schon drauf, wenn es anders wird. Freunde treffen, im Gastgarten zu sitzen, das ist doch unser aller Sehnsucht."

Weichenstellend

Dafür müssen aber jetzt die Zügel noch einmal enger gezogen werden. Erst am Samstag hatte er schnellen weiteren Öffnungsschritten eine klare Absage erteilt. "So wie wir in den Frühling reinkommen, wird das ganze Jahr prägen", erklärt der Minister den Druck durch das Infektionsgeschehen. "Die Zeit bis Ostern ist also weichenstellend". 

Er spricht von einer "überschaubaren Risiko-Phase" bis Ostern, die noch sehr schwierig sei. Mit den steigenden Temperaturen und dem Fortschreiten der Impfungen sollte alles aber "schrittweise etwas einfacher" werden, führt der Grünen-Politiker weiter aus: "Wir arbeiten daran, ob es weitere Lockerungen ab Ostern geben kann."

"Keiner kann es sich aussuchen"

Bei den Impfplänen gibt sich der Minister optimistisch: "Wenn bei den Lieferungen alles halbwegs hält wie vereinbart, sollte die erste Generation der Impfungen im Sommer abgeschlossen sein". Er selbst wolle sich ebenfalls impfen lassen: "Je früher, desto besser".

Denjenigen, die sich aussuchen wollen, welcher Impfstoff ihnen verabreicht wird, erteilt Anschober eine Abfuhr: "Keiner kann es sich aussuchen. [...] Die Sicherheit, die wir haben, ist die: Was von der Europäischen Arzneimittelbehörde zugelassen ist, ist ein ausgezeichneter Impfstoff. Darauf sollten wir vertrauen." 

Bis die Pandemie wirklich eingedämmt ist und Österreich wieder richtig durchatmen kann, wird es also noch etwas dauern. Darauf freut sich Anschober aber besonders: "Einmal wirklich ausschlafen, Freunde umarmen – und ja, auf das erste Glas Bier im Gastgarten..."

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