Schulen bleiben zu, Experten schlagen Alarm

Weitere Belastungen kommen auf Schüler und Eltern zu.
Weitere Belastungen kommen auf Schüler und Eltern zu.HANS PUNZ / APA / picturedesk.com
Erst am 8. Februar sollen Schüler wieder in die Schule zum Präsenzunterricht zurückkehren dürfen. Experten drängen auf den Schulstart.

Am Sonntag wird der verlängerte und verschärfte Lockdown für Österreich verkündet. Österreicher müssen bis auf Weiteres auf die Gastronomie und weite Teile des Handels verzichten. Verantwortlich dafür sind einerseits die hohen Infektionszahlen der vergangenen Tage und die mutierte Variante des Virus, die als deutlich ansteckender, als die bisher bekannte Form gilt. 

Alle Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern sind besonders betroffen. In der Realität sind es meistens die Mütter, werten, die nun auch über das angepeilte Ende des Lockdowns Distance-Learning und Homeschooling bewerkstelligen müssen. 

Experten wollen Kinder in der Schule sehen

Bildungspsychologin Christiana Spiel sagt der "Krone" am Sonntag in einem Interview über eine Studie zum zweiten Lockdown: "Oberstufenschülern gelingen die Aufgaben schlechter, und sie geben auch häufiger Verschlechterungen im Vergleich zum ersten Lockdown an. Gleichzeitig arbeiten sie aber deutlich mehr für die Schule (über 60% mehr als acht Stunden pro Tag) und berichten von gestiegenem Leistungsdruck, Überforderung und zu vielen Stunden vor dem Computer."

Der Bildungsexperte Andreas Salcher macht sich in der "Krone" ebenfalls für Präsenzunterricht stark: "Lernen findet über Beziehung statt, damit ist die Beziehung der Lehrer zu ihren Schülern und genauso wichtig die Klassengemeinschaft gemeint. Diese Beziehungen sind dauerhaft nicht durch virtuelles Distance Learning ersetzbar."

Faßmann war für frühere Öffnung

Eine vorzeitige Öffnung der Schulen für den Präsenzunterricht, wurde zwar von Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) über lange Zeit hinweg angepeilt, gleichzeitig allerdings auch an ein generelles Ende des Lockdowns geknüpft. Da allerdings im Falle Wiens nach einer Woche Präsenzunterricht schon wieder die Semesterferien anstanden, entschloss man sich nun offenbar eine Rückkehr ins Klassenzimmer auf die Zeit nach der Zeugnisausgabe zu verschieben. 

Damit ist das Problem allerdings keineswegs gelöst. Viele Familien stehen damit vor allem im Westen des Landes erneut vor organisatorischen Problemen. Denn da Beginn und Ende der Semesterferien je nach Bundesland divergieren, stehen Schüler aus den Bundesländern vor einem Wirrwarr. 

Schulstart wohl für alle Länder nach den Ferien

In Wien und Niederösterreich hat man es vergleichsweise am einfachsten. Die Semesterferien dauern von Montag, 1. Februar bis Sonntag, 7. Februar 2021. Der angepeilte Schulstart am 8. Februar könnte hier die Rückkehr zur alten Normalität werden. Anders verhält es sich im Burgenland, Kärnten, Salzburg, Tirol und Vorarlberg. Diese Bundesländer bestreiten die Semesterferien eine Woche später von Montag, 8. Februar bis Sonntag, 14. Februar 2021. Hier geht startet der Präsenzunterricht, Stand heute, am 15. Februar. 

Bleiben die Steiermark und Oberösterreich. Das Duo darf als letztes der Bundesländer die Semesterferien antreten, konkret von Montag, 15. Februar bis Sonntag, 21. Februar 2021. Hier dürfte es so sein, dass der Präsenzunterricht erst nach den Ferien beginnt, also am 22. Februar. Das würde eine Rückkehr zur Anwesenheit in den Klassenzimmern zwei Wochen nach den Wiener Pflichtschulen bedeuten. Diese Verzögerung erspart den beiden Bundesländern aber das absurde Schicksal, ihre Kinder für eine Woche in die Schule schicken zu müssen, ehe es in die Ferien geht.

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