Looksmaxxing nennt sich ein Trend, bei dem vor allem junge Männer versuchen, ihr Aussehen maximal zu verbessern. Was mit Hautpflege und Sport beginnt, kann schnell gefährlich werden - denn in sozialen Medien kursieren teils extreme Methoden, die erhebliche Gesundheitsrisiken bergen.
Zu den extremsten Praktiken gehört das sogenannte "Bonesmashing": Dabei schlagen sich Betroffene mit harten Gegenständen gegen Wangen- oder Kieferknochen, um durch vermeintliche Mikrofrakturen eine markantere Gesichtsform zu erreichen.
Aus medizinischer Sicht ist diese Methode nicht nur wirkungslos, sondern gefährlich, meldet chip.de. Knochen wachsen nach einem Bruch nicht kontrolliert in eine gewünschte Form nach. Stattdessen drohen Schmerzen, Schwellungen, Blutungen, dauerhafte Nervenschäden oder Fehlstellungen.
Mindestens genauso problematisch wie die körperlichen Risiken sind die Auswirkungen auf die Psyche. Wer täglich idealisierte Gesichter und Körper auf sozialen Plattformen sieht, beginnt häufig, das eigene Aussehen immer kritischer zu bewerten.
"Diese starre, fatalistische Vorstellung von Attraktivität ist problematisch. Da kann aus ganz normalen Unsicherheiten toxische Besessenheit werden", warnt Callum Hood vom Center for Countering Digital Hate in London.
Manche Looksmaxxer greifen sogar zu Medikamenten: Ein 20-Jähriger berichtet in einer ZDF-Doku, dass er täglich ein verschreibungspflichtiges Entwässerungsmittel nimmt, um schmaler auszusehen. Das Rezept habe er gefälscht. "Leider kriege ich davon Krämpfe in den Fingern und Füßen, ziemlich heftig. Aber immerhin sehe ich dann besser aus", sagt er.
Viele Looksmaxxing-Influencer werben zudem mit Produkten, die angeblich den Testosteronspiegel erhöhen sollen. Für viele dieser Versprechen gibt es jedoch keine wissenschaftlichen Belege.
Gerade bei jungen Männern entwickeln sich Gesichtszüge, Muskulatur und Körperbau häufig noch bis nach dem 20. Lebensjahr weiter. Viele Merkmale wie die Form der Kieferknochen sind genetisch vorgegeben und lassen sich durch Übungen nicht dauerhaft verändern.
Vorher-Nachher-Bilder in sozialen Medien sind deshalb mit Vorsicht zu betrachten. Oft liegen zwischen den Aufnahmen mehrere Jahre natürlicher Entwicklung - oder Licht, Kamerawinkel und Mimik unterscheiden sich erheblich.