Spital plötzlich geschlossen

Lorenz-Böhler-Chaos – MedUni steigt auf die Barrikaden

Diese Nachricht schockte am 28. Februar Wien: das Traumazentrum Brigittenau wird geschlossen. Das AKH soll OPs übernehmen, aber weiß davon nichts.

Newsdesk Heute
Lorenz-Böhler-Chaos – MedUni steigt auf die Barrikaden
Das Lorenz Böhler Spital in Wien wird geschlossen. (Archivbild)
Ernst Weingartner / Weingartner-Foto / picturedesk.com

Jährlich wurden hier rund 65.000 Patienten nach Unfällen medizinisch betreut, jetzt wird das Traumazentrum Brigittenau, ehemals UKH Lorenz Böhler, überhastet dicht gemacht. Wegen einer Generalsanierung und Brandschutzbedenken, so heißt es seitens der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt AUVA.

Die stationären Leistungen würden nach Meidling und ins AKH übertragen, behauptete die Spitalsbetreiberin in einer Aussendung. Doch es ist ein riesen Chaos!

Die angesprochenen Spitäler wussten scheinbar nichts davon, wurden von der Nachricht ebenso überrascht. Das lässt Rektor der Medizinischen Universität Wien, Markus Müller, am Montag durchblicken. Er stellt klar, dass die MedUni als alleiniger Dienstgeber des ärztlichen Personals im AKH nicht in Pläne der AUVA eingebunden wurde. 

Übernahme von Leistungen "nicht ohne Weiteres möglich"

Weshalb die Stadt eine Lösung am Standort AKH sucht und nicht an anderen Wiener Spitälern ist der MedUni derzeit noch unklar und kann auch nicht nachvollzogen werden.

Die Übernahme von Leistungen des Traumazentrums Brigittenau durch das AKH sei "aus dienstrechtlichen, formal-organisatorischen Gründen und aufgrund von ungeklärten Fragen bei den Themen Leitungsfunktionen und Zusammenarbeit nicht ohne Weiteres möglich", mahnt die Institution.

Aufgrund einer bestehenden Zusammenarbeitsvereinbarung zur gemeinsamen Betriebsführung und der Finanzflüsse zwischen Bund und Stadt Wien sei jedenfalls eine Einbindung der zuständigen Ministerien, des Bundes und der verantwortlichen Gremien der gemeinsamen Betriebsführung von MedUni Wien und AKH Wien "unabdingbar".

Mangel an Pflegekräften würde verschärft

Die entstandene Versorgungslücke bei Akut-Operationen könnten die MedUni-Ärzte nur gestemmt werden, wenn entsprechend Pflegepersonal bereitgestellt werde. Die Ansage der Uni-Leitung: "Der derzeitige, seit langem bekannte und gut dokumentierte Mangel an Pflegekräften und OP-Kapazität an mehreren Kliniken des AKH Wien bedarf einer dringenden Lösung und darf durch die Pläne im Zusammenhang mit dem Traumazentrum Wien-Brigittenau nicht weiter verschlechtert werden."

Dazu warnt die MedUni: "Die formalisierte Zusammenarbeit der Stadt und des Traumazentrums Brigittenau als 'Fakultätsklinikum' einer Privatuniversität stellt ein erhebliches Spannungsfeld dar." 

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    Auf den Punkt gebracht

    • Das Trauma-Zentrum Brigittenau, ehemals Unfallkrankenhaus Lorenz Böhler, wird überraschend geschlossen, was zu einem Chaos führt, da die beteiligten Parteien nicht in die Pläne der Spitalsbetreiberin AUVA eingebunden waren
    • Die Medizinische Universität Wien kritisiert die Schließung und warnt vor einer Versorgungslücke bei Akut-Operationen aufgrund von fehlendem Pflegepersonal und OP-Kapazitäten im AKH Wien
    red
    Akt.