Der Streik der Lufthansa-Flugbegleiter geht auch am Mittwoch weiter. Für Fluggäste kommt es noch schlimmer: Bis Freitag soll die gesamte Flotte an den Flughäfen Frankfurt, Düsseldorf und München ohne Pause stillstehen, verkündete die Gewerkschaft, nachdem Lufthansa angekündigt hatte, den Streik gerichtlich untersagen zu wollen. Diese Rechte haben Sie, wenn Sie vom Streik betroffen sind.
Der Streik der haben Sie, wenn Sie vom Streik betroffen sind.
Von Mittwoch bis Freitag sollen alle Flugzeuge an den drei großen deutschen Flughäfen zwischen 4 und 24 Uhr stillstehen. Auch 22 Flüge von der AUA-Mutter von und nach Österreich wurden gestrichen. Am Flughafen Wien fallen am Mittwoch sieben Lufthansa.Flüge (jew. hin und zurück) aus, in Graz sind es vier. Linz, Salzburg und Innsbruck sind nicht betroffen.
Von den Annullierungen sind insgesamt fast 100.000 Kunden betroffen, wie das Unternehmen am Dienstagabend mitteilte.
Gerichtsbeschlüsse
Es handelt sich um den längsten Streik in der Unternehmensgeschichte. Lufthansa wollte den Ausstand nun gerichtlich verbieten lassen zu wollen, zu diesem Zweck sind einstweilige Verfügungen beantragt worden.
Arbeitsgerichte bewerteten den Arbeitskampf völlig unterschiedlich: Das Arbeitsgericht Darmstadt genehmigte den Streik in Frankfurt und München. Die Gewerkschaft habe das Streikziel hinreichend bestimmt, begründete das Gericht in der Nacht auf Mittwoch. Der Antrag der Lufthansa auf Stopp wurde hingegen abgelehnt. Das Arbeitsgericht Düsseldorf hatte den Arbeitskampf für rechtswidrig erklärt. Die Gewerkschaft habe ihre Streikziele nicht hinreichend bestimmt formuliert.
Die Gewerkschaft UFO hatte das Kabinenpersonal dazu aufgerufen, von Mittwoch 4 Uhr bis Freitag um Mitternacht auf allen Kurz-, Mittel- und Langstreckenflügen die Arbeit niederzulegen. Sie sprach nun von einem "Erfolg" in Darmstadt und erhielt ihren Streikaufruf aufrecht. Die Gewerkschaft will bis diesen Freitag weiter streiken.
Lufthansa hat in Frankfurt 2.500 Hotelzimmer für Reisende aus dem Schengen-Raum reserviert. Andere Fluggäste mussten mit vom Flughafen zur Verfügung gestellten Feldbetten vorlieb nehmen.
Die Streikmaßnahmen der Bediensteten hatten am Freitag begonnen. AUA, Swiss und Eurowings, alles Töchter der Lufthansa, sind vom Streik nicht betroffen.
Gewerkschaft will Lufthansa Gegenmaßnahmen erschweren
Die Gewerkschaft will den Streik weiter möglichst flexibel gestalten, damit sich Lufthansa nicht so schnell darauf einstellen kann. Allen Lufthansa-Passagieren wird angeboten, ihren Flug kostenlos umzubuchen. Das gilt auch für Flüge, die noch nicht abgesagt sind. Sind Flüge tatsächlich vom Streik betroffen, ist eine kostenfreie Stornierung möglich.
Letzte Verhandlung gescheitert
Am Donnerstag war ein letzter Einigungsversuch zwischen Gewerkschaft und Konzern gescheitert. Der Streit dreht sich um die Alters- und Übergangsversorgung aller Flugbegleiter. Lufthansa verlangt Einschnitte bei der Frühpension, da die bisherige Finanzierung aufgrund niedriger Zinsen und für eine Fluglinie hohen Kosten nicht mehr tragbar sei.