Lungenfacharzt: So schützen wir uns vor Corona-Mutation

Eine Pflegerin kümmert sich um einen Patienten der Intensivstation. Symbolbild
Eine Pflegerin kümmert sich um einen Patienten der Intensivstation. Symbolbildistock/ sudok1
Von Großbritannien aus verbreitet sich eine Mutation des Coronavirus in Europa. Die neuartige Virusvariante soll viel ansteckender sein.

"Die neue Variante ist außer Kontrolle, und wir müssen sie wieder unter Kontrolle bekommen", erklärte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock am Sonntag gegenüber der BBC. Seine Regierung reagierte mit einem harten Lockdown in London und dem Südosten Englands. Premier Boris Johnson erteilte damit 16 Millionen Menschen eine Absage für das Weihnachtsfest. In den Hochrisikozonen gelten Ausgangssperren, die betroffene Region darf auch nicht mehr verlassen werden.

Alleine in London sollen im Dezember schon 60 Prozent der Neuinfektionen auf das Konto der neuartigen Variante gehen. "Sie breitet sich rasch aus und ist dabei, die dominierende Variante zu werden", sagte der oberste wissenschaftliche Regierungsberater Patrick Vallance. Die neue Variante soll um bis zu 70 Prozent ansteckender sein als das bisherige Coronavirus. Europa hat reagiert, zahlreiche Staaten, darunter auch Österreich, haben ein Landeverbot für Flüge aus Großbritannien verhängt. Trotzdem wurde VUI2020/12/01 bereits in Italien festgestellt.

"Mutationen nicht ungewöhnlich"

Für Bernd Lamprecht, Leiter der Lungenheilkunde am Kepler Uniklinikum in Linz, kommt diese Entwicklung nicht überraschend. "Prinzipiell muss man sagen, dass Mutationen bei Viren nicht ungewöhnlich sind, und solche Mutationen müssen nicht zwingend dazu führen, dass sich diese neuen Varianten dann auch durchsetzen. Veränderungen können sowohl zu milderen wie auch zu schwereren Verläufen führen, oder nur die Ansteckungsfähigkeit, die sogenannte Infektiosität, beeinflussen", erklärt der Facharzt im Gespräch mit dem ORF.

KUK-Primar Bernd Lamprecht anlässlich einer Pressekonferenz am  7. Juli 2020
KUK-Primar Bernd Lamprecht anlässlich einer Pressekonferenz am 7. Juli 2020HELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com

"Derzeit hat man in London offensichtlich den Eindruck, dass diese Mutation, die sich hier rasch ausbreitet, eine höhere Ansteckungsfähigkeit haben dürfte. Allerdings gibt es noch keine Hinweise darauf, dass diese Variante auch wirklich schwerere Verläufe verursachen würde".

So schützen wir uns

Der Chef der Lungenheilkunde beruhigt und erklärt, wie wir uns am besten vor dieser neuen Mutation des Coronavirus schützen können: "Ich denke im Moment ist es wichtig, diese Maßnahmen, die uns zur Verfügung stehen weiter zu beherzigen, also Abstand zu halten, den Mund-Nasen-Schutz zu verwenden und auf die Händehygiene zu achten. Denn das ist die beste Prävention gegenüber jeder Variante des Coronavirus."

Der Pulmologe ist zuversichtlich, "dass der nun unmittelbar vor der Zulassung stehende Impfstoff auch solche Mutationen mit abdecken kann". Das liege daran, dass sich diese Impfstoffe an ganz besonders charakteristische Hauptmerkmalen der Coronaviren orientieren. "Und diese Hauptmerkmale dürften auch bei Mutationen vorhanden sein", so Lamprecht abschließend.

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