Omid Mouazzen verdient mit Luxusautos sein Geld – und erreicht auf YouTube ein Millionenpublikum. Doch der Erfolg des 39-Jährigen ist alles andere als billig. Der Autohaus-Besitzer aus Hessen betreibt seinen Kanal mit einem Aufwand, der eher an eine TV-Produktion erinnert als an klassische Online-Videos.
Mehr als eine Million Menschen haben seinen YouTube-Kanal abonniert. Jede Woche veröffentlicht Mouazzen vier aufwendig produzierte Videos, oft stehen dabei Autos im Mittelpunkt. Viele Folgen dauern länger als eine Stunde. Damit dieser Rhythmus funktioniert, steht hinter dem YouTuber ein großes Team.
Der 39-Jährige beschäftigt nach eigenen Angaben 25 Personen für seine Medienproduktion. Dazu zählen Mitarbeiter für Planung, Personalabteilung und Schnitt. Sogar ein Koch gehört zum "Media-Team". Das sagte Mouazzen der "BILD" am Rande des YouTube-Festivals in Berlin.
Die Kosten dafür sind enorm. "Damit alle Kollegen und die Materialien für die Videos bezahlt sind, zahle ich jeden Monat 300.000 Euro", erklärt Mouazzen. Auf ein Jahr gerechnet sind das 3,6 Millionen Euro.
Über YouTube selbst kommt ein großer Teil wieder herein, aber nicht alles. "Es kommen pro Jahr 2,5 Millionen Euro durch YouTube wieder rein", sagt der Auto-Star. Die übrigen Kosten würden laut seinen Angaben Sponsoren auffangen.
Wie viel Arbeit hinter den Videos steckt, zeigt ein Blick auf einzelne Produktionen. An einer normalen Folge seiner Reihe "Omid kauft" arbeiten demnach rund neun Personen. Bei größeren Drehs können es bis zu 20 Beteiligte sein. Für ein früheres Show-Projekt seien zeitweise sogar 30 bis 40 Menschen im Einsatz gewesen.
Der finanzielle Druck bleibt dabei hoch. Denn die laufenden Kosten fallen unabhängig davon an, wie erfolgreich einzelne Projekte am Ende sind. Für Mouazzen ist YouTube damit nicht nur Reichweite und Image, sondern auch ein teurer Dauerbetrieb.
Noch größere Summen spielen allerdings in seinem eigentlichen Kerngeschäft eine Rolle. Mit dem Automobilzentrum Rhein-Neckar peilt Mouazzen in diesem Jahr einen Umsatz von 100 Millionen Euro an. Dieses Ziel hatte er bereits für das Vorjahr ausgegeben. "Das haben wir 2025 nicht erreicht. Schauen wir mal, wie dieses Jahr wird", sagt er dazu schmunzelnd.