Youtuberin besorgt: Macht Gendern die Sprache kaputt?

Youtuberin AliciaJoe erklärt das komplexe Genderthema aus ihrer Sicht.
Youtuberin AliciaJoe erklärt das komplexe Genderthema aus ihrer Sicht.Youtube/AliciaJoe
Ursprung in der feministischen Sprachkritik

Die Youtuberin Alicia Joe hat sich in ihrem aktuellen Video "Warum Gendersprache scheitern wird" dem Thema der deutschen Grammatik und des Genderns gewidmet. Wie sie von sich selbst sagt, sei sie auch dafür, die Sprache gerechter zu gestalten, findet die derzeitige Entwicklung allerdings problematisch.

Uneinheitliche Vorgangsweisen sorgen für Verwirrung

Die schwierige Lage über die Frage geschlechtsneutraler Formulierungen liege vor allem an der Uneinheitlichkeit der Gendersprache und der Tatsache, dass für viele spezifische Fälle bisher keine durchdachten Lösungen gefunden wurden.  Für eine Rechtschreibreform, die allgemeingültig und einheitlich ist, müssten also noch einige Feinheiten geklärt werden. 

Wenn man sich mit solchen Fragen beschäftigt, fällt auf, dass Personen in Podcasts, TV-Sendungen oder Interviews sehr inkonsequent gendern. Laut der Influencerin liegt das vorwiegend daran, dass es den meisten Menschen zu kompliziert ist, durchgehend zu gendern.

SchülerInnen, Schüler*innen oder Schülerinnen und Schüler?

Während sich in Österreich die mehrgeschlechtliche Sichtbarmachung in Form von "Innen" zu etablieren scheint, erscheinen in Unterrichtsbüchern oder Gesetzesvorlagen häufig noch immer andere Formen der geschlechtergerechten Sprache. So findet man nur zu oft mehrgeschlechtliche Bezeichnungen, die mit Sonderzeichen wie Sternchen oder Schrägstrichen versehen werden.

Außerdem könne die aktuelle Form des Genderns auch Minderheiten ausschließen. Gerade Schüler mit Migrationshintergrund oder mit Lese- oder Rechtschreibschwächen werden bei geschriebenen Texten an Schulen oder an der Universität oft benachteiligt. Das kann den weiteren Karriereverlauf stark beeinflussen.

Dabei fiele es vielen schwer, zu begreifen, was sie beim Verfassen von Texten denn falsch gemacht hätten. Aus der Perspektive blinder und sehbehinderter Personen würde das Textverständnis unter diesen verschiedenen Gendermethoden leiden, da sie beispielsweise Sonderzeichen immer mitlesen würden. Somit würde man ihnen das Verstehen eines Textes unnötig komplizierter machen.

Den Stein ins Rollen brachten die deutschen Sprachwissenschaftlerinnen Senta Trömel-Plötz sowie Luise F. Pusch. Ende der 1970er-Jahre untersuchten sie die deutsche Sprache auf Elemente, die den Mann bevorzugen und das weibliche Geschlecht benachteiligen. Sie kamen zum Ergebnis, dass das männliche Geschlecht, wie in vielen europäischen Sprachen, als Norm für den Menschen erscheint. Luise F. Push bezeichnete damals in einem ihrer Artikel die deutsche Sprache als "Männersprache".

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