In den vergangenen Wochen sorgte der GEZ-Podcast "Brave Mädchen" für viel Aufsehen. Nach nur vier Folgen und massiver Kritik aus der Internet-Community wurde das Format vorläufig gestoppt.
Jetzt meldet sich ZDF-Intendant Norbert Himmler persönlich zu Wort. In einem offenen Brief räumt er ein, dass ein offener und respektvoller Diskurs bislang "nicht gelungen" sei.
Schon die erste Folge am 20. August sorgte für Mega-Kritik. Die Influencerinnen Suki Tegan und Henna moderierten das Format, das vom gebührenfinanzierten Content-Netzwerk Funk produziert wird. Ziel sei es, "aus ihrer Perspektive über Themen zu sprechen, die viele junge Frauen beschäftigen".
Gelungen ist das eher nicht: In der Pilotfolge lästerten sie über YouTuberin Sashka, sie sei ein Pick-Me-Girl, das nur Content für Männer produziert – und sorge dabei angeblich für Hasswellen gegen andere weibliche Creator.
Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Stars wie Rezo, Just Nero oder Alicia Joe kritisierten den Podcast heftig, Sashka selbst fragte empört: "Müssen diese Art von Lästereien wirklich unter anderem auch von mir finanziert werden?"
In den späteren Episoden äußerten sich die beiden Podcasterinnen immer wieder negativ gegenüber Männern – es sei denn, es gehe darum, einen mit Geld zu daten und sein Geld zu erbeuten. Dabei sind Aussagen wie "Was will ein Hetero-Mann im Fernsehen?" und "Ein Mann, den ich date, muss mindestens 35.000 Euro netto im Monat verdienen", gefallen.
Nach der vierten Folge am 10. September zog Funk die Reißleine. Himmler bezeichnet die Kritik in seinem Brief als "berechtigt" und verspricht, die Rückmeldungen bei der Aufarbeitung zu berücksichtigen. Der Podcast befindet sich derzeit in einer Veröffentlichungspause, die Zeit geben soll, über die Zukunft des Formats nachzudenken.
Zuschriften, die dem Podcast vorgeworfen werden, "diskriminierende und respektlose Inhalte" zu verbreiten, lassen aufhorchen. Ob "Brave Mädchen" zurückkehrt und sich neu positioniert, bleibt vorerst offen.