Am 24. August 2001 stockte Österreich der Atem. Ski-Liebling Hermann Maier war in der Blüte seiner Laufbahn mit dem Motorrad in Radstadt schwer verunglückt. Ein deutscher Urlauber hatte den Salzburger mit seinem Wagen übersehen. Beim Ausweichmanöver landete Maier im Straßengraben, zog sich dabei einen offenen Unterschenkelbruch im rechten Bein sowie schwere Prellungen und Quetschungen zu.
In den bangen Stunden danach kämpften die Ärzte erst um sein Bein, dann um sein Leben.
"Hermann spürte seine Beine nicht mehr. In der Klinik wurden schwerste innere Blutungen festgestellt. Es hieß: Nicht anrühren, sonst verblutet er", schildert Maiers damaliger Leibarzt Artur Trost 25 Jahre danach jetzt in der "Krone" die dramatischen Momente.
Durch die Blutung wurde der Beinnerv nach vorne gedrückt. Trost überlegte, das Leistenband abzutrennen. Dass, so der Mediziner, wäre aber wohl das Ende der sportlichen Karriere von Maier gewesen. Daher entschied man sich vorerst für eine medikamentöse Therapie.
Als Trost Maier am nächsten Tag fragte, ob er sein Bein jetzt schon besser spüre, antwortete der "Herminator" mit "ja". Eine Lüge, wie Trost später erfuhr. Aber Maier versuchte eben alles, um seine Karriere noch nicht enden zu lassen. Schließlich hatten die Ärzte Erfolg, retteten Maiers Bein und ebneten damit den Weg für weitere sportliche Helden-Geschichten.
521 Tage nach dem Horror-Crash gewann Maier am 27. Jänner 2003 den Super-G in Kitzbühel („Mein größter Sieg“), bei der WM 2005 sogar noch Gold im Riesentorlauf. Insgesamt feierte der gelernte Maurer 54 Weltcupsiege, holte vier Mal den Gesamtweltcup.
"Ich glaube, der Unfall war ein Zeichen von oben, dass es auch bei mir Grenzen gibt", meint der 53-Jährige.