Auf Mallorca sorgen erneut beißende Fische für Aufregung. Nachdem bereits Anfang Juni eine deutsche Urlauberin am Strand von Cala Major gebissen worden war, wurden jetzt neue Vorfälle an der Playa de Illetas und in der Bucht Cala Comtesa im Südwesten der Ferieninsel bekannt.
Mehrere Badegäste berichteten, dass kleine Fische sie in Beine und Füße gebissen hätten. "Am Ende floss sogar Blut", schilderte eine Betroffene gegenüber dem "Mallorca Magazin". Beide Strände zählen zu den beliebtesten Badeplätzen der Insel und sind besonders bei Touristen gefragt.
Experten gehen davon aus, dass es sich bei den Tieren um Geißbrassen handelt. Die silbrig glänzenden Fische mit zwei dunklen Querstreifen werden bis zu 30 Zentimeter lang und verfügen über einen kleinen, dicklippigen Mund mit kräftigen Zähnen.
Vor allem in Touristengebieten, wo sie regelmäßig von Menschen gefüttert werden, verlieren die Tiere ihre Scheu. Sie knabbern dann an Füßen oder Händen von Badegästen - besonders dann, wenn diese regungslos im flachen Wasser stehen.
Die Geißbrassen gelten als natürliche "Putzer" des Meeres und ernähren sich unter anderem von abgestorbener Haut und Wundkrusten. Deshalb haben sie es bei Menschen vor allem auf Hornhaut, kleine Verletzungen, Mückenstiche oder Schürfwunden abgesehen.
Meeresbiologen vermuten außerdem, dass die steigenden Wassertemperaturen ihren Stoffwechsel ankurbeln und den Nahrungsbedarf erhöhen. Vor allem junge Fische verlieren dadurch ihre Scheu vor Menschen und wagen sich bis in flache Uferbereiche vor. Auch ein knapperes Nahrungsangebot könnte dazu beitragen, dass die Tiere alles anknabbern, was sie für essbar halten.
Ganz neu ist das Phänomen nicht. Bereits 2023 wurden an einem einzigen Julitag 15 Fisch-Bisse auf Mallorca registriert. In den vergangenen Jahren gab es Meldungen von der Playa de Palma, Sa Ràpita, S'Estanyol, Cala Pi und Cala d'Or. Heuer kamen Cala Major, die Playa de Illetas und die Cala Comtesa hinzu.
Der erste bekannte Vorfall dieses Sommers betraf eine 28-jährige Urlauberin aus Berlin. Sie wurde in knietiefem Wasser an der Cala Major an der rechten Wade gezwickt. Zwar floss damals kein Blut, die Frau erschrak jedoch und verspürte kurz Schmerzen.
Die Verletzungen sind meist harmlos und bluten nur kurz. Urlauber sollten Bisse dennoch den Rettungsschwimmern melden, damit die Vorfälle dokumentiert werden können.