Letzte Saison sorgte Rapid Wien in der Conference League noch für Furore. Da erreichten die Hütteldorfer das Viertelfinale, schieden denkbar knapp gegen Djurgarden aus Schweden erst in der Verlängerung aus. Aktuell sieht die Situation deutlich anders aus. Rapid ist punktelos Letzter – als einzige Mannschaft der Ligaphase noch ohne einen einzigen Zähler auf dem Konto. Die Tordifferenz von -10 ist ebenso die klar Schlechteste im Feld (2:12).
Rapids bisherige Ergebnisse: 1:4 am ersten Spieltag bei Polen-Meister Lech Posen, ein klares Heim-0:3 gegen die Fiorentina, eine 0:1-Heimniederlage gegen Universitatea Craiova aus Rumänien und am Donnerstag ein ebenso enttäuschendes 1:4 beim polnischen Vizemeister Rakow Czestochowa. Rapid hat aktuell nur noch theoretische Chancen, weiterzukommen. Die Auftritte gegen Omonia NIkosia aus Zypern (11. Dezember) und Zrinjski Mostar aus Bosnien (18. Dezember) werden die Abschiedsvorstellungen der Hütteldorfer sein.
Besonders ernüchternd, wenn man sich die Tabelle des dritten internationalen Wettbewerbs der UEFA genauer ansieht. Da finden sich an der Spitze mit Samsunspor aus der Türkei und Racing Strassbourg aus Frankreich klingende Namen. Ebenso auf den vorderen Plätzen und voll im Aufstiegsrennen: Shakhtar Donezk aus der Ukraine (4.), Mainz (5.), AEK Athen (10.), Sparta Prag (11.) oder Rayo Vallecano (12.). Crystal Palace mit Österreichs Star-Trainer Oliver Glasner tut sich als 18. noch schwer. Zur Erinnerung: Die Top-Acht stehen fix im Achtelfinale, die Mannschaften auf den Rängen neun bis 24 müssen ins Play-off. Ab Platz 25 sind die Teams draußen.
Doch im Feld der Aufstiegskandidaten finden sich auch einige Überraschungsteams, die allesamt klar vor Grün-Weiß liegen. Etwa der kosovarische Vertreter Drita, aktuell noch ungeschlagen auf Platz acht. Rapids finaler Gegner Zrinjski Mostar hat als 19. ebenso schon zwei Siege auf dem Konto. Fünf Zähler hat KuPS Kuopio aus Finnland eingefahren und ist damit 22., direkt vor Rapids letztjährigem Gegner Noah aus Armenien.
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Zwar noch sieglos, aber immerhin bereits gepunktet haben Breidablik aus Island und die irischen Vertreter Shelbourne und Shamrock Rovers. Letztere haben jeweils einen Punkt auf dem Konto. Und das, obwohl Shelbourne noch nicht einmal einen Treffer erzielen konnte, dafür aber ein 0:0 gegen Häcken aus Schweden holte.
Zwei Teams stechen in der Tabelle der Conference League aber heraus: Malta-Vertreter Hamrun Spartans mit einem Sieg und Überraschungsteam Lincoln Red Imps aus Gibraltar mit bereits vier Punkten auf dem Konto. Die Fußball-Amateure punkteten gegen Kroatien-Klub Rijeka und schlugen Lech Posen (2:1), das wiederum Rapid Wien mit 4:1 abgefertigt hatte.
Rapid hätte dabei eigentlich beste Voraussetzungen gehabt, um wieder voll um den Aufstieg mitzuspielen, war bei der Ziehung der Gegner in Topf eins gesetzt – pro Topf wurde ein Gegner zugelost. Das war die Fiorentina aus Lostopf eins, allerdings auch Craiova aus dem letzten Topf.
Von den rund 900 mitgereisten Rapid-Fans gab es am Donnerstagabend jedenfalls "Stöger raus"-Rufe, der Anhang hatte das Stadion einige Minuten vor dem Schlusspfiff verlassen. "Ich habe in den letzten Wochen viel versucht anzudeuten. Wir haben da unsere Fragestellungen. Ich könnte auch da versuchen, das zu erklären. Ich muss aber ehrlich sagen, ich habe derzeit keinen Bock darauf. Aber es ist schon so, dass von dem, was wir uns ausmachen, was wir in der Kabine zum Besten geben und sehen wollen – von dem ist in Richtung Leidenschaft und dem, was die Rapidler auch sehen wollen, ist kaum zu sehen. Das ist das Enttäuschende", so Rapid-Trainer Stöger nach Spielende im kalten Polen.