"Einschüchternd"

Mann kontrollierte BH-Trick bei Frauen-Tour

Große Aufregung bei der Tour de France Femmes. Nach Berichten über einen BH-Trick einiger Fahrerinnen gab es Kontrollen – und zwar durch einen Mann.
Sport Heute
05.08.2026, 17:31
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Bei der Tour de France der Frauen sorgte die vierte Etappe am Dienstag für Aufregung. Und das nicht aus sportlicher Sicht. Da holte sich nämlich die Schweizerin Marlen Reusser mit der Top-Zeit im Einzelzeitfahren von Gevrey über 21 Kilometer nach Dijon das Gelbe Trikot und ging auch in der Gesamtwertung in Führung.

Stattdessen machten im Vorfeld des Duells Fahrerinnen gegen die Uhr Berichte über einen angeblichen BH-Trick einiger Läuferinnen im Feld die Runde. Das niederländische Medium "Wielerflits" hatte vor der Etappe über große Sorge im Feld berichtet. Demnach würden einige Starterinnen in ihrem Sport-BH Polsterungen anbringen, um sich so einen aerodynamischen Vorteil zu verschaffen. Das ist eigentlich verboten, könnte aber auf einer derartigen Strecke einige, womöglich entscheidende, Sekunden bringen, hatte ein Aerodynamik-Experte vorgerechnet.

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Aufregung, weil Mann kontrolliert

Der Bericht brachte natürlich den Radsport-Weltverband UCI auf den Plan. Schon im Vorfeld standen Kontrollen im Raum. Genau zu diesen Kontrollen kam es auch bereits vor der Etappe. Und die lösten nun Empörung und Aufregung aus.

Denn vor der Etappe hatte eine UCI-Kommissarin des französischen Verbandes in einem Zelt die Fahrerinnen bei Auffälligkeiten kontrolliert. Dabei sei die Kommissarin aber von einem Mann unterstützt worden. Alle Fahrerinnen, die eine Kühlweste getragen hatten, waren aufgefordert worden, diese zu öffnen. Teilweise sei auch das Trikot kontrolliert worden. Ein zweites Zelt war daneben gestanden, um genauere Überprüfungen unter weiblicher Aufsicht durchführen zu können. Dazu sei es Berichten zufolge aber nicht gekommen.

Trotzdem regte die Art der Kontrollen die Top-Fahrerinnen auf. So bezeichnete Shari Bossuyt die Kontrollen als "absurd". Weltmeisterin Lotte Kopecky spielte es ein wenig herunter: "Die Sache wurde übertrieben dargestellt. Wenn eine Frau bei einem Zeitfahren einen Push-up-BH tragen möchte, sollte das meiner Meinung nach erlaubt sein." Außerdem sagte sie: "Ich habe nicht den Eindruck, dass es übermäßig genutzt wird."

Deutlich kritischer als die aktiven Fahrerinnen war die einstige Profi-Fahrerin Ine Beyen, die aktuell als TV-Expertin im Einsatz ist. Sie sagte bei "Sporza" aus Belgien: "Als Frau fände ich das ziemlich einschüchternd. Vor allem, weil die Umgebung ungeschützt ist."

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