Ukraine

Mariupol brennt – Drohnen-Video zeigt zerstörte Stadt

Tausende Zivilisten sind in Mariupol bereits getötet worden, die russische Armee bombardiert die Stadt weiterhin. Ein Video zeigt die Zerstörung.
Roman Palman
14.03.2022, 14:19

Die Hafenstadt Mariupol am Asowschen Meer im äußersten Südosten der Ukraine ist komplett von den russischen Invasoren von den Angreifern eingekesselt. Innerhalb des Stadtgebietes ist die Versorgungslage für die rund 300.000 eingeschlossenen Zivilisten bereits kritisch – und von außen drängen die Russen in die strategisch wichtige Stadt. Fällt sie in Putins Hände, kann er seine Kräfte von der Krim und jene aus dem Donbass zusammenführen.

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Noch sind die Russen aber nicht bereit, die Stadt in einem blutigen Häuserkampf zu erstürmen. Dafür lassen sie nun auf vermeintlich sicherer Distanz immer heftiger Tod und Zerstörung in Form von Granaten und Raketen niederhageln. "Die Besatzer greifen zynisch und absichtlich Wohngebäude und dicht bevölkerte Gebiete an und zerstören Kinderkrankenhäuser und städtische Einrichtungen", schreibt die Stadtverwaltung am Sonntag auf Telegram. Das trifft auch Zivilisten, bereits 2.187 Einwohner sollen demnach getötet worden sein.

Jetzt liefert auch ein Drohnenvideo einen schockierenden Blick auf die zerstörte Stadt. Es zeigt, wie ein Wohnturm von einer starken Explosion erschüttert wird und Feuer fängt. Es ist nicht das einzige Gebäude, das in Flammen steht. Auch andere Wohntürme scheinen gerade völlig auszubrennen. Überall in der Stadt steigen schwarze Rauchsäulen auf.

Der "YWN"-Reporter Moshe Schwartz hat den Aufnahmeort des im Internet zirkulierenden und undatierten Clips bestimmen können. Es beginnt bei den Koordinaten 47°05'43"N 37°29'58"E im Westen der Stadt. Die dortigen Baumarkt-Filialen der Ketten Epicentr K und des auch hierzulande bekannten Obi sind gut zu sehen.

Entbindungsklinik bombardiert

In Mariupol wurde auch eine Entbindungsklinik von den Bomben fast vollständig zerstört. Die Bilder der flüchtenden und verletzten hochschwangeren Frauen gingen um die Welt. Unter den Schwangeren, die vor dem Beschuss in Sicherheit gebracht werden mussten, befand sich auch Mariana Vishegirskaya. Für sie gab es ein Happy End, sie hat überlebt und am Freitag, 11. März 2022, eine gesunde Tochter zur Welt gebracht. "Es geht ihnen gut, aber es ist sehr kalt in Mariupol und die Bombardierung hört nicht auf", schreibt die Journalistin Olga Tokariuk über die junge Familie.

Eine andere werdende Mutter überlebte den Angriff nicht. Ihr Baby wurde per Kaiserschnitt in einem anderen Spital zur Welt gebracht, habe laut dem behandelnden Chirurg Timur Marin jedoch "keine Lebenszeichen" aufgewiesen. Dann hätten sich die Ärzte auf die Frau konzentriert, hieß es. Wiederbelebungsversuche über 30 Minuten blieben jedoch ohne Erfolg. "Beide starben", sagte Marin.

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