Für Marius Borg Høiby (29), Sohn von Mette-Marit, verschärft sich die Haftbedingungen drastisch. Das Berufungsgericht hat entschieden: Der Angeklagte bleibt in Untersuchungshaft – und muss zusätzlich die Haftanstalt wechseln.
Statt im bisherigen Osloer Gefängnis kommt er nun ins Hochsicherheitsgefängnis Ila Gefängnis bei Oslo. Eine Einrichtung, die in Norwegen als eine der strengsten gilt – und in der auch einer der berüchtigtsten Terroristen des Landes einsaß: Anders Behring Breivik.
Damit endet für Marius auch ein vergleichsweise "milder" Haftalltag. Fotos, die ihn zuvor noch in entspannter Umgebung im bisherigen Gefängnis gezeigt haben sollen, wirken nun wie Vergangenheit.
Das Ila-Gefängnis ist klar auf Hochsicherheit ausgelegt. Untergebracht sind dort vor allem Häftlinge mit schweren Gewalt- und Terrorstraftaten. Die Kapazität ist begrenzt, die Regeln sind streng: eingeschränkter Besitz persönlicher Gegenstände, kontrollierte Kommunikation und eng überwachte Abläufe gehören zum Alltag.
Auch für Marius bedeutet das konkrete Einschränkungen. Elektronische Geräte sind nur stark reglementiert erlaubt, persönliche Wertsachen werden kontrolliert verwahrt. Selbst einfache Alltagsdinge wie Kleidung oder Hygieneartikel unterliegen klaren Vorgaben. Besucher sind weiterhin möglich, allerdings streng geregelt und zeitlich begrenzt.
Eine kleine Ausnahme bleibt: Videoanrufe sind im Ila-Gefängnis grundsätzlich erlaubt. Eine Möglichkeit, die für seine Familie wichtig werden könnte, insbesondere im Hinblick auf die gesundheitliche Situation seiner Mutter.
Der Hintergrund der Verlegung ist organisatorisch: Das bisherige Gefängnis in Oslo wird geschlossen, die Insassen werden landesweit verteilt. Für Marius bedeutet das nun jedoch den Wechsel in eine deutlich restriktivere Umgebung.
Wie lange er dort bleibt, ist offen. Entscheidend wird die bevorstehende Urteilsverkündung. Je nach Ausgang des Verfahrens könnte Ila nur eine Zwischenstation sein oder für längere Zeit sein neuer Haftalltag werden.