Der Prozess gegen Marius Borg Høiby (29), den ältesten Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52), geht in Oslo in die entscheidende Phase. In der letzten Verhandlungswoche kam es zu einer überraschenden Wendung.
Die Staatsanwaltschaft ließ einen der Anklagepunkte fallen. Dabei handelt es sich um einen nächtlichen Anruf Anfang September 2024, bei dem Marius trotz Kontaktverbots seine Ex-Freundin von einer unterdrückten Nummer aus angerufen haben soll.
Wie das norwegische Portal "VG" berichtet, kündigte Staatsanwalt Andreas Kruszewski an, für diesen Vorwurf einen Freispruch zu beantragen. Marius selbst hatte den Anruf als Versehen bezeichnet und erklärt, er telefoniere grundsätzlich immer mit unterdrückter Nummer.
Trotz des Teilerfolgs für Marius bleiben zahlreiche schwerwiegende Anklagen aufrecht. Zu diesen zählen Vergewaltigung und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, die jeweils mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden könnten.
Die Ermittlungen gegen den Stiefsohn von Kronprinz Haakon hatten bereits 2024 begonnen, nachdem es in einer Wohnung im noblen Osloer Stadtteil Frogner zu einer eskalierten Auseinandersetzung gekommen war. Inzwischen umfasst der Fall neun mutmaßliche Opfer.
Vor Gericht hatte Marius zuletzt eine emotionale Erklärung abgegeben und über die Belastungen durch den Prozess gesprochen. Die Staatsanwaltschaft wollte am Dienstag ihre Forderungen zum Strafmaß für die verbleibenden Anklagepunkte vorlegen. Nun wurde der Prozesstag aber verschoben. Grund: Der Richter ist krank geworden.