Kritik, aber...

Marko über F1: "In keinster Weise besser geworden"

Die neue Formel 1 ist gestartet. Mercedes dominierte den Grand Prix von Australien, Ex-Red-Bull-Mann Helmut Marko war noch kritisch.
Sport Heute
11.03.2026, 09:52
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George Russell führte den Mercedes-Doppelsieg zum Start der neuen Regelperiode in der Formel 1 an, setzte sich vor seinem Teamkollegen Andrea Kimi Antonelli durch. Das Rennen im Albert Park von Melbourne hat aber für viele Diskussionen gesorgt. Einige bejubelten die 120 Überholmanöver auf der Rennstrecke – beinahe dreimal so viele wie im Großen Preis vor einem Jahr, andere kritisierten den "unnatürlichen" Fahrstil der Piloten.

Diese mussten teilweise auf der Geraden vom Gas gehen, um die Batterie wieder aufzuladen. Stars wie Max Verstappen und Lando Norris kritisierten die neuen Autos deshalb. Verstappen beendete den Großen Preis nach einer Aufholjagd vom 20. Platz auf Rang sechs, Norris wurde unmittelbar davor Fünfter.

"In keinster Weise besser geworden"

Auch der ehemalige Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko war nicht restlos begeistert. Von Überholmanövern wollte der Grazer erst gar nicht sprechen. Es sei lediglich "Vorbeifahren" gewesen, meinte der langjährige Red-Bull-Mann gegenüber "RTL", bezog sich auf einfache Positionswechsel, gefördert durch das Aufladen des Energielevels oder den geringen Energiestand der Batterie. "So würde ich das gar nicht nennen", wollte Marko auch den Ausdruck Überholen nicht in den Mund nehmen.

Ist Max Verstappen der Beste?

Und fällte dann ein durchaus hartes Urteil über die neue Formel 1: "Das Überholen im klassischen Sinne ist in keinster Weise besser geworden." Eigentlich sollten die veränderte Aerodynamik und das Abschaffen des Ground Effects dazu beitragen, dass die Autos einander leichter folgen können. Viel wichtiger war aber der Energiestatus der Batterie. Marko meinte aber, dass man dem Regelwerk "eine Chance geben" müsse. "Es wird sicher besser werden", so der im Dezember abgetretene ehemalige Red-Bull-Konsulent. Allerdings meinte Marko trotzdem, dass das Regelwerk "viel zu kompliziert" sei. Er wollte sich einlesen, habe es aber aufgegeben: "Das alles im Detail war mir zu blöd."

"Was am meisten stört, ist, wenn man hört, wie einer auf der Geraden vom Gas geht. Das ist schwer mit der DNA der Formel 1 zu verbinden", so der 82-Jährige. Trotzdem werde es "Fortschritte" geben, ist Marko überzeugt.

Große Mercedes-Dominanz

Nach 20 Jahren als Teil des Formel-1-Teams von Red Bull verfolgte Marko das Rennen vor dem TV-Bildschirm, kündigte im Vorfeld an, sich beinahe eine "Kommandozentrale" in seinem Büro in Graz einrichten zu wollen. Die ersten Runden mit mehreren Überholmanövern an der Spitze hatten es dann auch in sich gehabt. "Der Puls war oben, denn man wusste, dass die Startphase einige Überraschungen bringen wird. Als zwei Red-Bull-Autos in der ersten Runde vorne mit dabei waren, ist der Puls schon etwas hoch gegangen", erzählte Marko über die ersten Rennrunden, die er vor dem TV verfolgte: "Die ersten Runden waren eine gute Show."

Irgendwann hatte Mercedes "nicht mehr mitgemacht", sei "weggefahren", dann "war klar ersichtlich, welche Dominanz und welchen Vorsprung Mercedes hat". Das habe sich auch im Rennverlauf gezeigt: "Antonelli fiel beim Start auf Platz sieben zurück und ist dann relativ schnell wieder auf Platz zwei gefahren. Er ist in dieser Phase grob gesagt eine Sekunde schneller als der Rest gefahren", erklärte Marko.

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