OÖ ist besonders betroffen

Weniger Geimpfte: Krankheit breitet sich gefährlich aus

Die Masern breiten sich in Österreich wieder aus: 2024 wurden so viele Fälle gemeldet wie seit 1997 nicht mehr. Die Impfquote bleibt niedrig.
Oberösterreich Heute
30.01.2026, 03:00
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In Österreich steigen die Masernfälle seit rund 20 Jahren an. 2024 gab es so viele Infektionen wie seit 1997 nicht mehr. Laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) wurden heuer 542 Maserninfektionen gemeldet.

Besonders betroffen ist Oberösterreich mit 117 Fällen – das sind deutlich mehr als in den vergangenen Jahren und auch im Vergleich mit anderen Bundesländern ein Spitzenwert.

Wie der ORF berichtet, war es heuer besonders schwierig, die Infektionsketten zu durchbrechen. Clemens Gumpenberger, der die niedergelassenen Kinderärzte in Oberösterreich vertritt, erklärt: "Die Gesundheitsbehörden haben enorme Anstrengungen unternommen. Sie sind allen Fällen nachgegangen, haben die Ansteckungskette nachverfolgt, den Impfschutz überprüft, Kontaktpersonen nachverfolgt, Impfungen veranlasst."

Trotzdem konnten die Infektionsketten bei den letzten Stämmen erst sehr spät gestoppt werden. Wegen dieser Entwicklung hat die Weltgesundheitsorganisation Österreich den masernfreien Status aberkannt. Die Masern gelten hierzulande wieder als "wieder etabliert".

Während der Pandemie wurden weniger Kinder gegen Masern geimpft. Das lag einerseits an einer stärkeren Impfskepsis in dieser Zeit, andererseits aber auch daran, dass es durch die Maßnahmen schwieriger war, zur Impfung zu kommen. Auch das Gesundheitsministerium sieht darin einen Grund für den Rückgang der Impfungen. Mittlerweile steigt die Impfquote aber wieder leicht an.

Die Masern-Impfung besteht aus zwei Dosen. Schon eine Dosis bietet einen guten Schutz, trotzdem empfiehlt Gumpenberger, beide Impfungen machen zu lassen. Erwachsene, die nur einmal geimpft wurden, sollen sich laut ihm unbedingt eine Auffrischung holen.

Die Gefahr von Masern wird oft unterschätzt. Dabei kann die Krankheit zu lebensbedrohlichen Komplikationen und Spätfolgen wie Gehirnhaut- oder Lungenentzündung führen. Eine Infektion schwächt außerdem das Immunsystem langfristig, wodurch das Risiko für andere Erkrankungen steigt.

Um Masern wirklich auszurotten, müssten mehr als 95 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft sein. Derzeit liegt die Durchimpfungsrate laut Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) aber nur bei rund 71 Prozent.

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