Masken-Hammer! Ludwig macht im ORF klare Ansage

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig setzt weiter auf die Maske.
Wiens Bürgermeister Michael Ludwig setzt weiter auf die Maske.Tobias Steinmaurer / picturedesk.com
In Wien gilt in Öffis nach wie vor eine FFP2-Maskenpflicht! Nun hat Bürgermeister Ludwig (SPÖ) klargestellt, wie lange das noch so bleiben wird.

Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) hat sich am Sonntag in der "Pressestunde" den Fragen von Veronika Dolna ("Kleine Zeitung") und Matthias Westhoff (ORF) gestellt. Dabei äußerte sich der Stadtchef unter anderem zu den Themen Asyl und Migration, die Ereignisse rund um die Wien Energie, den Umgang mit dem Klimaprotest sowie zu seiner persönlichen politischen Zukunft und der Führungsdiskussion in der SPÖ.

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Aber auch die Situation im Gesundheitswesen war in der ORF-Sendung natürlich ein zentraler Bestandteil! Und das kommt nicht von ungefähr. Denn in den Wiener Spitälern schlagen die Ärzte bereits seit geraumer Zeit Alarm. So warnt etwa der Wiener Patientenanwalt vor einer "besorgniserregenden Situation" und sieht aufgrund des akuten Personalmangels sogar die Sicherheit der Patienten in Gefahr. Doch welche Gegenmaßnahmen kann man diesbezüglich überhaupt einleiten?

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"Allen Hilferufen nachgehen"

"Das ist in der Tat eine große Herausforderung für uns in Wien, aber darüber hinaus für alle österreichischen Bundesländer und auch für die meisten europäischen Länder", stellte Michael Ludwig in der "Pressestunde" klar. "Ich bin auch dafür, dass man allen Hilferufen entsprechend nachgeht und das passiert auch." Es sei laut dem Wiener Stadtchef nicht nur notwendig Diskussionen zu führen, sondern auch Maßnahmen zu setzen.

"Wir haben diese Woche am Mittwoch ein Zusatzgebäude beim Fachhochschul-Campus in Wien eröffnet, wo wir zusätzlich 2.000 Studienplätze für den Pflege- und therapeutischen Bereich mit auf den Weg bringen." Was in der Corona-Krise nämlich "besonders drückend" geworden ist, ist der Umstand, dass viele durch Corona ausgefallen sind. "Wir mussten Stationen schließen", erklärte Ludwig.

Man müsse nun Maßnahmen setzen, so der Bürgermeister. "Es wird notwendig sein, mehr Mitarbeiter in der Pflege auf den Weg zu bringen. Und es wäre auch notwendig, die Studienplätze für Mediziner zu erhöhen. Aber nicht nur die Studien-, sondern auch die Ausbildungsplätze, um mehr Ärzte auf den Weg zu bringen – für den Spitalsbereich, aber auch für den niedergelassenen Bereich, wo wir in vielen Teilen Österreichs mittlerweile große Lücken haben."

"Ich lasse die Maske oben"

Angesprochen auf das Coronavirus, wo Wien bekanntlich in der Vergangenheit immer einen strengeren Weg (Stichwort Maskenpflicht in Öffis) gewählt hat, und die Frage, wie lange an dem strengen Kurs in der Bundeshauptstadt noch festgehalten werde, antwortete Michael Ludwig am Sonntag im ORF:

"Am 15. Jänner wird es eine Bundesverordnung geben – oder nicht – auf der wir in Wien aufbauen. Das ist einmal die rechtliche Grundlage. Medizinisch gesehen ist die Frage, ob es sinnvoll ist oder nicht. Ich bin der Meinung 'Ja'! Und wenn ich von Wien nach Salzburg mit dem Zug fahre, dann setze ich die Maske in Wien auf und lasse sie bis Salzburg oben. Und ich werde auch mit Sicherheit im Flugzeug die Maske tragen", stellte der Bürgermeister klar.

Neben Corona würde sich nämlich derzeit eine starke Influenza-Welle im Land aufbauen, das würde man bei einer Überprüfung der Abwässer deutlich sehen – und zwar nicht nur in Wien, sondern in ganz Österreich. "Von daher finde ich es sinnvoller, ein relativ geringes Mittel, eine Maske zu tragen, um sich vor Corona und Influenza zu schützen, aber auch andere Menschen", so Ludwig.

Und der Wiener Stadtchef führte weiter aus: "Ich habe einen Expertenrat eingerichtet, unmittelbar nachdem Corona begonnen hat und ich lasse mich von diesem Rat, der aus Experten, Ärzten, Spitalsverantwortlichen und Statistikern besteht, leiten und die haben mich bisher gut durch die Krise geführt." Und: "Natürlich wollen wir die Maske jetzt nicht in anderen Bereichen. Wenn ich in der Oper oder im Theater bin, trage ich auch die Maske. Das ist aber nicht verpflichtend."

"Keine persönliche Entscheidung in Öffis"

Überall dort, wo man auf engen Raum zusammenkommen müsse, etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln, "dort ist es nicht die persönliche Entscheidung. Man muss öffentliche Verkehrsmittel sicher für alle Menschen halten, die auch gezwungen sind, ein öffentliches Verkehrsmittel zu nutzen. Wenn man in die Diskothek geht und auf engem Raum mit vielen Menschen zusammen ist, dann ist das eine persönliche Entscheidung. In den Öffis nicht."

Bürgermeister Michael Ludwig findet es daher richtig, dass "solange wir den Eindruck haben, dass es hilft, dieses relativ gelinde Mittel vorsehen, damit man Menschen vor Infektionen schützt. Und Sie werden sehen, wenn die Grippewelle Fahrt auf nimmt und die Spitäler belegter werden, werden Sie mich wieder fragen, was wir getan haben, um diese Welle frühzeitig einzudämmen."

Laut dem Stadtchef habe man eine "Gesamtverantwortung", die man nicht nur immer tagesaktuell treffen könne, sondern auch "vorausschauend und mit Verantwortung". Auf die Frage, ob Wien weiterhin an einer 3G-Regel in Spitälern, Alters- und Pflegeheimen festhalten werde, sagte Ludwig: "Das ist ein besonders sensibler Bereich und wir haben in der gesamten Corona-Zeit gesehen, wenn dort Dinge einschlagen, dass dies besondere Betroffenheit auslöst."

Man werde sehen, welche rechtlichen Grundlagen der Bund diesbezüglich vorschlagen wird und "welche Möglichkeiten wir haben. Prinzipiell haben wir eine große Verantwortung für jene Menschen, die in einem Spital liegen." Man sollte aber generell auf die ältere Generation achten: "Da haben wir eine große, gesellschaftspolitische Verantwortung!" Ludwig erklärte im ORF auch, dass man den Wiener Weg immer begleitend zu den Maßnahmen überdenke.

Wann die Corona-Maßnahmen fallen

"Wenn sich herausstellen sollte, dass jetzt Corona und auch die Grippe keine schwerwiegenden Maßnahmen erforderlich macht, dann werden wir darauf auch nicht bestehen", so Ludwig. Die Abwasser-Überprüfungen würden derzeit aber zeigen, dass es im Zunehmen begriffen ist. "Und mir ist wichtig, dass wir insbesondere sensible Bereiche, wie Spitäler, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen besonders schützen."

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