Massensturz-Verursacherin bei Tour droht Gefängnis

Eine Zuschauerin löst mit einem Schild den Massensturz aus.
Eine Zuschauerin löst mit einem Schild den Massensturz aus.Screenshot
Am ersten Tour-Tag löste eine Zuschauerin einen Massensturz aus. Die Verantwortliche zeigten die Frau an, die ist aber spurlos verschwunden.

Gegen die Zuschauerin leiteten die Organisatoren am Sonntag rechtliche Schritte ein. Dies bestätigte auch die französische Polizei. Das Problem: Die Zuschauerin, die vermutlich Deutsche ist, ist geflüchtet und unauffindbar.

Die "L'Equipe" schreibt nun, was der Sturz-Verursacherin für eine Strafe droht. So würden ihr, wenn man ihr zivilrechtlich die Verletzungen der gestürzten Fahrer anlastet, eine Strafe von umgerechnet 1.500 Euro drohen.

Wie die französische Zeitung schreibt, wäre aber auch eine Gefängnisstrafe möglich. Denn: Rad-Ass Jasha Sütterlin musste die Tour nach dem Sturz abbrechen. Er könnte die Zuschauerin verklagen. Und in diesem Fall würden ihr gemäß französischem Gesetzbuch eine Höchststrafe von einem Jahr Gefängnis sowie eine Busse von umgerechnet knapp 15.000 Euro drohen.

Doch ob das Sütterlin tatsächlich macht? Der deutsche Ex-Rad-Profi Jens Voigt sagt gegenüber Eurosport: "Auch wenn die Beweiskette schlüssig ist, weil die Fahrer durch dort erlittene Verletzungen in den kommenden Wochen bei ihrer Arbeit weniger leistungsfähig sind und dadurch gewisse Ergebnisse nicht erzielen können, die wiederum für Vertragsverhandlungen wichtig wären, glaube ich nicht, dass sich die Fahrer so einen Rechtsstreit antun, um dann Schadensersatz zu bekommen."

Er merkte aber auch an, dass es den Verantwortlichen bei der Klage wahrscheinlich auch gar nicht direkt darum gehe, die Frau für den Vorfall tatsächlich hart zu bestrafen. "Niemand erwartet ernsthaft eine Zahlung. Es geht mehr um die Aufmerksamkeit für das Thema", meinte der Ex-Profi.

Die Wut über die Zuschauerin war groß. Der deutsche Radfahrer Tony Martin, der als erstes in das Plakat und die Zuschauerin raste, sagte nachher: "Das war eine entspannte Renn-Situation. Ich sah das Schild, aber das passiert immer mal. Man geht davon aus, dass die Zuschauer dann zur Seite gehen, aber das tat sie nicht. Ich konnte nicht mehr reagieren, das war unglücklich."

Der Deutsche schimpfte weiter: "Manche Zuschauer haben einfach keinen Respekt und schalten auch nicht mehr den Kopf ein". Verärgert über den Vorfall zeigte sich auch Martins Landsmann Simon Geschke, der gegenüber dem "Cyclingmagazine" meinte: "Der oder die Deppin sollte angezeigt werden meiner Meinung nach. Das geht einfach nicht, Absicht oder nicht."

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