Matura & Durchseuchung: Jetzt droht ein Schüler-Streik

Noch sind die Schulen normal besucht, aber bereits ab Montag könnte es zum Streik kommen.
Noch sind die Schulen normal besucht, aber bereits ab Montag könnte es zum Streik kommen.SCOTT OLSON / AFP Getty / picturedesk.com
Martin Polaschek ist etwas mehr als ein Monat im Amt und muss nun mit gehörigen Gegenwind kämpfen. 

Das Schuljahr 2022 soll zumindest in einem Bereich wieder eine Rückkehr zur Normalität bringen. Wie Bildungsminister Martin Polaschek von der ÖVP angekündigt hatte, soll dieses Jahr die mündliche Matura wieder verpflichtend sein. "Ich glaube, das ist auch positiv zu sehen, dass Schülerinnen und Schüler nach einem langen Leben in der Schule auch mit einer Abschlussprüfung das Schülerleben abschließen", meinte Polaschek im ORF-Report.

Petition "gerechte Matura" schlägt Wellen 

Der Vorstoß des ehemaligen Uni-Rektors stößt jedoch auf heftigen Gegenwind. Bereits 30.000 Schülerinnen und Schüler haben die Petition "gerechte Matura" unterschrieben, die den Plänen des Bildungsministers entgegen geht. Auch eine Deadline ist angesetzt. Wenn den Forderungen bis Montag nicht nachgekommen wird, gehen die Schüler in den Streik. 

Der jetzige Maturajahrgang würde es ohnehin nicht leicht haben, da die vorangegangenen Pandemiejahre an ihnen nicht spurlos vorüber gegangen sind. Im Gespräch mit der "Kleinen Zeitung" kritisiert Schülersprecher und Schülervertreter Mati Randow die Vorgehensweise scharf. 

"Die Regierung hat es verpasst, sich rechtzeitig hinzusetzen und einen langfristigen Plan für die nachfolgenden Jahrgänge zu machen. Stattdessen sagen sie fünf Monate vor Prüfungsbeginn, wie die Abschlussprüfungen aussehen werden – ich frage mich, für wen die Regelung überhaupt sein soll?", sagt Randow. 

In einem offenen Brief, der von mehr als 300 Schülersprecher und Schülersprecherinnen gestaltet wurde, wird auch ein Umdenken in der Corona-Politik an Schulen gefordert. Dabei wird ein umfassendes Sicherheitskonzept gefordert, dass auch Luftreiniger, CO2-Messgeräte und Covid-Aufklärungskampagnen beinhalten soll. 

Die aktuelle Vorgehensweise der Bundesregierung würde laut den Schülerinnen und Schülern ungerecht sein und wiederholt ohne den notwendigen Weitblick geschehen. Die am 11. Jänner veranschlagten Pläne des Bildungsministers würden hingegen den Druck auf die Lernenden weiter erhöhen. 

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